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Sektorenkopplung bietet Zukunftsperspektiven nach dem EEG

Vergangene Woche kündigte das Klimakabinett an, die EEG-Umlage für Ökostrom senken zu wollen, um die Bürger und Firmen bei den Strompreisen zu entlasten. Gleichzeitig stehen viele Betreiber von Windenergie- und Biogasanlagen vor einer immensen Aufgabe: Die EEG-Förderung für Anlagen läuft 2020 aus.

Sie fragen sich, wie es danach weitergehen soll: Recycling, Second Life, Repowering oder Weiterbetrieb? Eine neue Animation der Agentur für Erneuerbare Energien erklärt, wie Sektorenkopplung zur Strategie für Post-EEG-Anlagen werden kann.

Nur 35 neue Anlagen im ersten Halbjahr 2019

Während die Menschen auf die Straße gehen und für den Klimaschutz demonstrieren und sich das Klimakabinett zu einer Einigung durchringt, geht es einer bedeutenden Branche im Bereich der Erneuerbaren Energien alles andere als gut. Auf der wichtigsten Windenergie-Messe, der Husum Wind, war in diesem Jahr deutlich zu spüren, vor welchen Umwälzungen die Branche steht: Abstandsregelungen und langwierige Ausschreibungen machen den Unternehmen zu schaffen. Wurden 2017 noch 1.792 neue Anlagen gebaut, waren es 2018 lediglich 743 und im ersten Halbjahr 2019 sogar nur 35.

Zudem steht die Branche noch vor einer weiteren Herausforderung: Der Frage, was machen die Anlagenbetreiber, wenn ihre Anlage nach 20 Jahren aus der EEG-Förderung fällt? Ohne eine Antwort auf diese Frage könnte bereits 2021 der Anteil an Erneuerbarer Energie im Stromsektor drastisch sinken. Immerhin sind allein in der Windenergie zwischen 6.000 bis 8.000 Anlagen betroffen.

Lebenszeit von über 20 Jahren

Aus diesem Grund widmete sich die Agentur für Erneuerbare Energien in diesem Jahr auf der Husum Wind dem Thema „Nachnutzungskonzepte“ und zeigt in einer neuen Animation „Alte Anlagen für neue Technologien – Zukunftsperspektive nach dem EEG“, wie Sektorenkopplung eine Perspektive eröffnen kann.

Die meisten der Windenergieanlagen können nach dem Auslaufen des EEG weiterbetrieben werden, schließlich liegt die Lebenszeit der Anlagen weit über den 20 Jahren. Die AEE-Animation erläutert, dass neben den Möglichkeiten des Repowerings, des Aufbaus und Weiterbetriebs alter Anlagen im Ausland (Second Life), des Recyclings und der Direktvermarktung (z.B. über ein Power-Purchase-Agreement, „PPA“) auch die Sektorenkopplung eine Lösung sein kann.

„Unser Energiesystem benötigt dringend ein Upgrade. Sektorenkopplung ist das Schlüsselwort“, sagt AEE-Geschäftsführer Dr. Robert Brandt. „Die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien kann durch Sektorenkopplung – der Vernetzung von erneuerbaren Technologien - den Verkehrssektor und auch den Wärmebereich dekarbonisieren.

Animation verdeutlicht wirtschaftliche Unattraktivität

“Mithilfe von Wärmepumpen, durch das Laden von Elektroautos, aber auch bei der Umwandlung von Strom in Wasserstoff (Power-to-Gas) und zur Wärmeerzeugung (Power-to-Heat) kann der erneuerbare Strom in Kombination mit Wärmenetzen und Speichern die Energiewende weiter voranbringen. Zwar ist die Sektorenkopplung bereits heute technisch möglich. Durch günstigere Preise für Öl und Gas in den Sektoren Wärme und Verkehr und durch einen mangelhaften gesetzlichen Rahmen mit überproportionalen Belastungen durch Steuern und Abgaben ist dies jedoch weitgehend wirtschaftlich unattraktiv, verdeutlicht die Animation.

„Mit flexiblen Abgaben- und Steuersystematiken kann sich der Einsatz von Strom jedoch auch in anderen Sektoren rechnen“, so Brandt. Möglich wären hier ein CO2-basierter Innovationsbonus für Sektorenkopplungstechnologien oder die Befreiung von Umlagen auf Regionalstrom. „Auch ein einheitliches Preissignal für alle CO2-Emissionen, beispielsweise der vom Klimakabinett angekündigte CO2-Preis, wenngleich dieser zu niedrig angesetzt ist, könnte die Wettbewerbsverzerrungen zwischen fossilen und Erneuerbaren Energien abschwächen.“

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