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Solarmodulpreise: Abwärtstrend verlangsamt sich

Martin Schachinger

Der Abwärtstrend der Modulpreise an breiter Front konnte auch diesen Monat nicht gestoppt werden, jedoch verliert er deutlich an Fahrt. Immer noch senken Hersteller und Händler von Solarmodulen ihre Preise, allerdings nur noch in kleinen Schritten. Man versucht, sich langsam an das vom Markt akzeptierte Preisniveau heranzutasten. Lange schon wird mit den Produkten auf diesem Preisniveau nichts mehr verdient. Es geht auch in China nur noch um Schadensminimierung, denn unverkaufte Lagerbestände erzeugen vermeidbare Kosten und das Risiko einer fortschreitenden Abwertung ist immer gegenwärtig. Um nicht auch noch bei den Transportkosten draufzahlen zu müssen, wurden die Exportmengen nach Europa von den asiatischen Produzenten in den vergangenen Wochen drastisch gesenkt.

Preise in den USA unverändert hoch

Interessanterweise sind die Modulpreise auf anderen Kontinenten als Europa und Asien nicht so stark vom Preisverfall betroffen. Die Preisschere geht teilweise drastisch auseinander – in den USA bis zu 100 Prozent im Vergleich zu den europäischen Preisen für Module mit vergleichsweise niedriger Effizienz, also mit monokristallinen PERC-Zellen. Allerdings lassen sich in China produzierte Produkte nicht einfach nach Amerika umleiten, da dort strenge Importbeschränkungen herrschen. Das hält die Preise dort hoch und das Marktvolumen gering. Wir dürfen gespannt sein, ob der Inflation Reduction Act (IRA 2022) dort wirklich den gewünschten und benötigten Impact auf die lokalen Photovoltaik-Erzeugungskapazitäten ausübt. Zumindest mit den aktuell noch sehr hohen Anschaffungs- und Installationskosten in den Staaten ist es eher unwahrscheinlich.

Dieses Modell auf andere Märkte zu übertragen ist riskant, auch wenn einige nicht-chinesische Hersteller schon jubilieren und ihren Vertriebsfokus und ihren Tätigkeitsbereich in die USA verschieben. Eine Branche kann nicht dauerhaft durch Subventionen am Leben gehalten werden, das sollten wir alle mittlerweile gelernt haben. Aber auch chinesische Hersteller halten eine andauernde Tiefpreisphase nicht lange durch und versuchen jetzt schon, die Preise durch künstliche Verknappung wieder zu stabilisieren. Wenn die Nachfrage gegen Jahresende aufgrund der aktuellen Preissituation wieder anzieht, könnte die Talfahrt bald gestoppt sein. Es gibt kaum einen Marktteilnehmer, der mit der jetzigen Situation glücklich ist.

Martin Schachinger ist studierter Elektroingenieur und seit bald 30 Jahren im Bereich Photovoltaik und regenerative Energien aktiv. 2004 machte er sich selbständig und gründete die international bekannte Online-Handelsplattform pvXchange.com, über die Großhändler, Installateure und Servicefirmen neben Standardkomponenten für Neuinstallationen auch Solarmodule und Wechselrichter beziehen können, welche nicht mehr hergestellt werden, die aber für die Instandsetzung defekter Photovoltaik-Anlagen dringend benötigt werden.

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