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Gebäudetyp E: Verbände warnen vor Abstrichen bei der Luftqualität

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Sieben Branchenverbände – darunter BDH, FGK, ZVSHK, VfW, ZIV, DEN und ZDS – haben die Bundesregierung aufgefordert, bei der Ausgestaltung des Gebäudetyps E klare Standards für die Innenraumluftqualität festzuschreiben. Der Gebäudetyp E soll Planen und Bauen vereinfachen und den Wohnungsbau beschleunigen. Die Verbände begrüßen dieses Ziel grundsätzlich, warnen aber davor, Vereinfachung mit dem Verzicht auf notwendige technische Systeme gleichzusetzen. Moderne Neubauten und sanierte Gebäude verfügen über eine hohe Luftdichtheit – der natürliche Luftaustausch reicht dadurch oft nicht mehr aus, um Feuchte, CO₂ und Schadstoffe zuverlässig abzuführen.

EU-Richtlinie verschärft Anforderungen an die Innenraumluftqualität

Auch auf europäischer Ebene steigt der Druck: Die novellierte Gebäudeeffizienzrichtlinie (EPBD) verpflichtet die Mitgliedstaaten, Mindestanforderungen an Temperatur, Luftfeuchte, Luftwechselraten und Schadstoffbelastungen in nationale Baustandards zu übernehmen. Aus Sicht der Verbände muss die Bundesregierung diese Vorgaben in den Gesetzgebungsprozess zum Gebäudetyp E einbeziehen. Innenraumluftqualität solle als funktionales Ziel verankert werden – ohne zusätzliche bürokratische Detailnormierungen.

Lüftungstechnik ist günstiger als Schimmelsanierung

Die Verbände untermauern ihre Forderung mit konkreten Zahlen: Schimmelsanierungen infolge unzureichender Lüftung kosten nach Branchenerfahrung durchschnittlich 120 bis 170 Euro pro Quadratmeter – hinzu kommen Mietausfälle, Rechtsstreitigkeiten und zeitweise Unbewohnbarkeit. Kontrollierte Wohnungslüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung schlagen dagegen nur mit rund 40 bis 70 Euro pro Quadratmeter zu Buche. Sie stellen einen nutzerunabhängigen Mindestluftwechsel sicher, reduzieren Feuchte- und Schimmelrisiken und senken gleichzeitig Energieverluste.

Verbände fordern klare Abgrenzung zwischen Vereinfachung und Standardabbau

„Die Diskussion um den Gebäudetyp E bietet die Chance, Planen und Bauen in Deutschland spürbar zu vereinfachen und neue Impulse für den Wohnungsbau zu setzen. Diese Chance kann jedoch nur genutzt werden, wenn die Vereinfachung funktional gedacht wird und nicht zulasten von Gesundheit, Gebrauchstauglichkeit oder Energieeffizienz geht", erklären die beteiligten Verbände. Konkret fordern sie eine klare Abgrenzung zwischen sinnvoller Vereinfachung und dem Abbau notwendiger technischer Anforderungen sowie die Berücksichtigung effizienter Gebäudetechnik wie kontrollierter Wohnungslüftung als festen Bestandteil des neuen Gebäudestandards.

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