Wie SHK-Betriebe beim Wärmepumpen-Einbau Zeit gewinnen

Nicht die eigentliche Montage bietet das größte Effizienzpotenzial beim Wärmepumpen-Einbau – sondern die Prozesse drumherum. Zu diesem Ergebnis kommt das dreijährige Forschungsprojekt WESPE („Wärmepumpen-Einbau Schneller, Produktiver und Effizienter“), dessen Abschlussveranstaltung am 17. September in Berlin stattfand. Der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) hat es gemeinsam mit den Fraunhofer-Instituten IBP und ISE, der Hans Schramm GmbH, der SHK-Innung Berlin und 15 Handwerksbetrieben durchgeführt.
Wo die Zeitfresser stecken
Untersucht wurde die gesamte Prozesskette – von der Kundenberatung über Planung und digitale Abläufe bis hin zu Einbau und Service. Ziel war ausdrücklich nicht, dass Fachkräfte schneller arbeiten, sondern dass ihre knappe Arbeitszeit produktiver eingesetzt wird. Reduzieren lassen sich vor allem:
- unnötige Wege
- Wartezeiten auf der Baustelle
- Doppelarbeit in Planung und Dokumentation
Zwei konkrete Werkzeuge für die Praxis
Unter www.shk-wespe.de stehen SHK-Betrieben zwei kostenlose Angebote zur Verfügung:
- WESPE-Check: Selbsteinschätzungstool, mit dem Betriebe ihre eigenen Prozesse rund um den Wärmepumpen-Einbau bewerten können.
- Online-Wissensplattform: Zeigt anhand einer interaktiven Prozessgrafik konkrete Optimierungsmöglichkeiten für einzelne Arbeitsschritte.
Ergänzend entwickelte das Fraunhofer ISE das Softwaretool „Heatpump PlanAR“ für die virtuelle Planung von Wärmepumpenanlagen. Zudem wird die ZVSHK-Datenplattform „Open Datapool“ so weiterentwickelt, dass künftig auch VDI-3805-Daten (Blatt 22 Wärmepumpen) für den digitalen Planungsprozess recherchier- und abrufbar sind.
Drei Jahre Forschung für die Handwerkspraxis
WESPE steht für „Wärmepumpen-Einbau Schneller, Produktiver und Effizienter“. Das dreijährige Forschungsprojekt wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert und vom ZVSHK koordiniert. Ziel war es, die Installationszeiten beim Wärmepumpeneinbau durch die Optimierung der gesamten Prozesskette zu verkürzen.
Am Projekt beteiligt waren das Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP, das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, die Hans Schramm GmbH und die SHK-Innung Berlin sowie 15 Handwerksbetriebe. Unterstützt wurde WESPE zudem durch Drittmittelgeber aus Industrie und Handel sowie durch Verbände und Organisationen im Projektbeirat.
„Mein besonderer Dank gilt den 15 Betrieben, die uns auf ihre Baustellen gelassen und ihre Abläufe offengelegt haben“, sagt Frank Senger, Vizepräsident des ZVSHK. „Das macht man nicht mal eben so. Gerade der ehrliche Blick darauf, wo es hakt, hat WESPE wertvoll gemacht.“
„Der WESPE-Check und die Lernplattform sind kein Ergebnis für die Schublade“, erklärt Senger. „Die Betriebe können beides ab heute nutzen. Entscheidend ist jetzt, dass sie ausprobieren, was davon ihnen im eigenen Betrieb tatsächlich Zeit spart.“
Weitere Informationen sowie WESPE-Check und Wissensplattform: www.shk-wespe.de
