Recyceltes R404A wird teurer: Was Betreiber von Bestandsanlagen wissen sollten

Der Preis für aufbereitetes (recyceltes) R404A ist in Europa weiter gestiegen. Wie aus aktuellen Zahlen der Europäischen Kommission hervorgeht, kletterte der Einkaufspreis im ersten Quartal 2026 gegenüber dem Vorquartal um +12 % auf Ebene der Serviceunternehmen und um +2 % auf Händlerebene. Bereits das vierte Quartal 2025 hatte deutliche Steigerungen von 9 % bzw. 6 % gebracht.
Hintergrund der Preisentwicklung ist die F-Gase-Verordnung: Seit dem 1. Januar 2020 dürfen Kältemittel mit einem GWP-Wert über 2500 – dazu zählt R404A mit einem GWP von rund 3980 – nicht mehr neu eingesetzt werden. Für Bestandsanlagen gibt es jedoch eine wichtige Ausnahme: In bereits in Betrieb befindlichen Kälte-, Klimaanlagen und Wärmepumpen darf bei Wartungs- und Servicearbeiten noch bis zum 31. Dezember 2029 recyceltes R404A nachgefüllt werden. Neu produziertes R404A ist tabu – recyceltes Material bleibt damit die einzige legale Nachfüll-Option, was die steigende Nachfrage und die kletternden Preise erklärt.
Relevanz für Wärmepumpen: In modernen Haus-Wärmepumpen spielt R404A praktisch keine Rolle mehr – hier dominieren Kältemittel wie R290 (Propan) oder R32. Betroffen sind vor allem Bestandsanlagen sowie Großwärmepumpen im industriellen und gewerblichen Umfeld, etwa Hochtemperatur- und Prozesswärme-Anwendungen, die noch mit R404A betrieben werden. Für Betreiber solcher Anlagen bedeutet die Preisentwicklung: Wartung und Nachfüllung werden zunehmend teurer – ein Umstieg auf Anlagen mit Low-GWP- oder natürlichen Kältemitteln (etwa R290 oder CO₂/R744) gewinnt damit weiter an Wirtschaftlichkeit.
