Campus Rosenheim: Studentisches Wohnen mit nachhaltiger Lüftungstechnik

Auf einer ehemaligen Gewerbefläche in direkter Nachbarschaft zur Hochschule entwickelte die Stadt Rosenheim gemeinsam mit einem privaten Investor ein neues Wohnquartier. Der CampusRO umfasst 211 Studenten-Appartements sowie weitere 40 Wohneinheiten in einem Boardinghouse. Die Gebäude entstanden in Holz-Hybridbauweise im KfW-40-plus-Standard.
Mit dem Baukonzept erreichte das Wohnquartier einen Gesamterfüllungsgrad von 85,8 Prozent und erhielt eine Zertifizierung der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen im Platin-Standard. Der CampusRO ist damit das erste studentische Wohnquartier Deutschlands mit diesem Standard. Zur Haustechnik zählt eine Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung von Meltem.
Architekten ordnen Gebäude um Höfe an
Die Architekten von ACMS aus Wuppertal gruppierten die Gebäude um verschiedene, miteinander vernetzte Höfe. Bis zu sechs Geschosse in gestaffelten Höhen erzeugen einen abwechslungsreichen Eindruck. Richtung Innenhof öffnen sich die einzelnen Geschosse durch Laubengänge. Außentreppen erschließen diese Bereiche.
Die Bauweise setzt auf vorgefertigte Elemente. Die tragenden Außenwände kamen als Holztafelkonstruktionen auf die Baustelle. Dort montierten die Beteiligten sie zu fertigen Wandabschnitten. Sämtliche Wandmodule wurden bereits im Werk mit Dämmung, Fenstern sowie den vorbereiteten Vorrichtungen für die Installation der Haustechnik versehen.
Lüftung früh in die Module integriert
Die Montagekästen der Lüftungsgeräte sowie die Kanäle zur Be- und Entlüftung integrierten die Planer in die vorgefertigten Wandmodule. Das betrifft sowohl die Einbindung der Geräte als auch die Führung der Luftkanäle.
Für das Lüftungskonzept entschieden sich die Planer für eine Mehrraumlösung von Meltem. Jedes Appartement erhielt ein eigenes Lüftungsgerät. Zum Einsatz kam die wandintegrierte Einbauvariante U2. Mit dieser Montagetechnik bleiben die Lüftungsgeräte im Wohnraum nahezu unsichtbar. Zudem wirkt sich diese Lösung positiv auf den Schallschutz aus.
Lüftung versorgt Wohnräume und entlüftet Bäder
Über einen Kanalanschluss saugt das System im innenliegenden Bad die Abluft nach Deutsche-Industrie-Norm 18017-3 ab. Gleichzeitig versorgt es den Wohnraum mit vorgewärmter Zuluft. Die Lüftung übernimmt damit zwei Funktionen innerhalb der Appartements: Sie führt Luft aus dem Bad ab und bringt Zuluft in den Wohnbereich.
Die Kanäle zur Be- und Entlüftung enden in der Fensterlaibung. Dadurch bleibt die Fassadenoptik mit ihrer vertikalen Struktur unberührt. Die Integration der Luftführung ordnet sich damit in das architektonische Konzept der Gebäude ein.
Insgesamt kamen 161 Komfortlüftungsgeräte vom Typ M-WRG-II-P zum Einsatz. Das Lüftungskonzept gehört damit zu den technischen Bausteinen des CampusRO neben der Holz-Hybridbauweise und dem KfW-40-plus-Standard.
Auf einen Blick
Der CampusRO verbindet studentisches Wohnen, Boardinghouse-Nutzung, vorgefertigte Holztafelkonstruktionen und eine dezentral organisierte Lüftungstechnik in einem Quartier. Das Projekt steht auf einer ehemaligen Gewerbefläche in direkter Nachbarschaft zur Hochschule Rosenheim. Das Quartier hat 211 Studenten-Appartements, 40 weitere Wohneinheiten, den Platin-Standard der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen und 161 installierten Lüftungsgeräte umgesetzt.
