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Die Wärmeübergabe entscheidet über den Heizungstausch

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Der Austausch alter Heizungen in Mehrfamilienhäusern scheitert selten an der Wärmepumpe selbst. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme hat im Forschungsprojekt LC R290 gemeinsam mit einem Konsortium aus 20 Unternehmen der Heizungsbranche und Wohnungswirtschaft Lösungskonzepte für den Heizungstausch mit dem Kältemittel Propan (R290) erarbeitet. Untersucht wurden Beispielgebäude mit Heizlasten zwischen 23 und 93 Kilowatt.

Warum die Auslegung des Heizkreises den Ausschlag gibt

Eine Wärmepumpe arbeitet umso sparsamer, je niedriger die Vorlauftemperatur im Heizkreis liegt. Die veröffentlichten Leistungswerte der Sole-Wasser-Wärmepumpen des Fraunhofer-Instituts beziehen sich auf den Betriebspunkt B0/W55, also auf eine Wärmequellen- bzw. Sole-Eintrittstemperatur von 0 Grad Celsius und einen Vorlauf von 55 Grad Celsius.

Bei 55 Grad gibt ein vorhandener Heizkörper weniger Leistung ab als bei den früher üblichen höheren Temperaturen. Ob ein Raum warm wird, hängt damit an der Fläche, die diese Wärme in den Raum bringt, und nicht allein am Erzeuger im Keller. Entschieden wird im Bestand also an der Wärmeübergabe – daran, ob die vorhandenen Flächen die Leistung bei niedrigem Vorlauf noch in den Raum bekommen.

Was die Forschenden an den Gerätekonzepten gemessen haben

Im Projekt entstanden mehrere Lösungen für unterschiedliche Gebäudesituationen – wohnungsweise Geräte sowie zentrale Wärmepumpen für Innen- und Außenaufstellung. Nach Angaben des Fraunhofer-Instituts ergaben die Messungen und Prüfungen folgende Werte:

  • Zentrale Wärmepumpe zur Außenaufstellung: 20 Prozent weniger Kältemittel-Füllmenge und 15 Prozent höhere Effizienz gegenüber vergleichbaren Geräten.
  • Innen aufgestellte Sole-Wasser-Wärmepumpe: 28 Kilowatt Heizleistung im Betriebspunkt B0/W55.
  • Dezentrales Gerät für einzelne Wohnungen: 4,9 Kilowatt Heizleistung (B0/W55) mit nur 150 Gramm Propanfüllung.

Über alle Varianten hinweg untersuchte das Team zudem die Sicherheit: In mehr als 100 Ausströmversuchen prüfte es fünf verschiedene Sicherheitskonzepte.

Wie unterschiedlich die untersuchten Gebäude gebaut sind

Die Beispielgebäude unterschieden sich nicht nur in der Heizlast. Einige verfügten über einzelne Gasetagenheizungen, andere über eine Zentralheizung im Keller, dazu kamen unterschiedliche Platzverhältnisse, Wärmequellen und Anforderungen an den Schallschutz.

Laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme gibt es deshalb nicht die eine technische Lösung, sondern mehrere, die je nach Gebäude zum Einsatz kommen. Für die Praxis heißt das: Der Heizungstausch beginnt mit einer Bestandsaufnahme und nicht mit der Gerätewahl.

Was Eigentümer zum Beginn der Heizperiode prüfen können

Vor dem Beginn der Heizperiode lässt sich die Wärmeübergabe ohne großen Aufwand beurteilen. Räume, die trotz voll geöffnetem Ventil kühl bleiben, und Heizkörper, die im unteren Drittel kalt bleiben, deuten auf eine ungleiche Verteilung im Heizkreis hin.

Im September 2026 ist dafür noch Zeit, bevor die Anlage dauerhaft läuft. Wer die Verteilung vorher in Ordnung bringt, senkt die nötige Vorlauftemperatur und schafft damit die Voraussetzung, die das Fraunhofer-Institut für den späteren Umstieg beschreibt.

Der komplette Beitrag zum Projekt des Fraunhofer ISE:

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