Strom-VKG-Ausschreibung: Batteriespeicher gehen leer aus

In der ersten Ausschreibungsrunde des Strom-Versorgungssicherheitsgesetzes (Strom-VKG) erhielten ausschließlich Gaskraftwerke einen Zuschlag. Das zeigen Auswertungen des BSW-Solar. Grundlage sind Informationen der Bundesnetzagentur. Insgesamt erhielten 11 Gebote mit einem Gesamtgebotsvolumen von rund 5.160 rMW einen Zuschlag.
Ausschreibungskriterien benachteiligen Speicher
Kein einziger Batteriespeicher erhielt einen Zuschlag. Der BSW-Solar kritisiert dieses Ergebnis. Der Verband sieht darin eine Bestätigung früherer Warnungen: Die Ausschreibungskriterien benachteiligen Speichertechnologien gegenüber Gaskraftwerken. Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar, sagt: „Von echter Technologieoffenheit kann keine Rede sein. Batteriespeicher werden bei der Teilnahme an den Kraftwerksausschreibungen strukturell benachteiligt, so dass letztendlich nur fossile Kraftwerke gefördert werden“.
Wenige Anbieter setzen sich durch
Die Benachteiligung führte aus Sicht des Verbands auch dazu, dass sich nur wenige Anbieter durchsetzen konnten. Von den elf bezuschlagten Kraftwerken gehören drei RWE und sieben der LEAG. Ein Kraftwerk betreibt ein kommunales Unternehmen. Es erhielt als einziges weiteres Projekt einen Zuschlag.
Verband warnt vor fossilen Strukturen
Die Interessenvertretung der Solar- und Speicherwirtschaft warnt eindringlich: Das Strom-VKG zementiere fossile Strukturen und benachteilige nachhaltige Technologien dauerhaft. Dabei könnten preiswerte und schnell einsetzbare Batteriespeicher die Notwendigkeit, teure Gaskraftwerke zu bauen, deutlich reduzieren. Zugleich könnten sie zügig zur Versorgungssicherheit beitragen. Körnig fordert: „Speicher können Versorgungssicherheit schnell, flexibel und emissionsfrei bereitstellen. Sie müssen deshalb in den kommenden Ausschreibungen eine höherer Priorität gegenüber anderen Technologien erhalten“.
BSW-Solar fordert schnelleren Speicherzubau
Insgesamt hatte der Verband 15 Maßnahmen angemahnt, um den Zubau von Batteriespeichern in Deutschland zu beschleunigen. Ziel ist es, deren Potenzial zu erschließen: Sie sollen die Energieversorgung kosteneffizienter machen und Strompreise senken. Bis 2030 sollte Deutschland aus Sicht des BSW-Solar eine Batteriespeicherkapazität von mindestens 200 Gigawattstunden erreichen. Derzeit sind es rund 36 Gigawattstunden.
Um den Zubau zu beschleunigen, fordert der Verband unter anderem:
- Co-Location von Batterien bei Erzeugern und Verbrauchern vereinfachen
- faire Netzanschlussverträge schaffen
- Batterien aktiv in den Netzbetrieb einbinden
Die Einbindung in den Netzbetrieb soll Engpässe reduzieren und Kapazitätsreserven heben. Teuren Netzausbau ließe sich dadurch erheblich reduzieren.
Quelle: BSW-Solar / oja
