Gebäudebegrünung wächst trotz schwacher Baukonjunktur
Der Bundesverband GebäudeGrün (BuGG) veröffentlicht im siebten Jahr in Folge den „BuGG-Marktreport Gebäudegrün“. Die Ausgabe 2026 umfasst fast 200 Seiten. Ein zentrales Ergebnis: Die Gebäudebegrünungsbranche behauptet sich in der schlechten wirtschaftlichen Lage. Dach- und Fassadenbegrünungen legen flächenmäßig zu. Auch die Innenraumbegrünung setzt sich durch.
Dachbegrünung wächst um 2,6 Prozent
Im Jahr 2025 entstanden in Deutschland rund 9.200.000 Quadratmeter neu begrünte Dachfläche, extensiv und intensiv. Das sind 2,6 Prozent mehr als 2024. Der Anteil der Dachbegrünung an der im gleichen Zeitraum abgedichteten Flachdachfläche stieg von 12,8 auf 13,7 Prozent. Der BuGG sieht hier noch viel Luft nach oben, denn 86,3 Prozent aller neuen Flachdächer bleiben unbegrünt.
Fassadenbegrünung legt um 22,6 Prozent zu
Die Fassadenbegrünung entwickelte sich besonders dynamisch. 2025 entstanden etwa 168.000 Quadratmeter neue Fassadenbegrünung, boden- und wandgebunden. Das entspricht einem Plus von 22,6 Prozent oder rund 31.000 Quadratmetern gegenüber 2024. Auf bodengebundene Begrünungen mit Kletterhilfen entfallen etwa 135.000 Quadratmeter, auf wandgebundene etwa 33.028 Quadratmeter. Das Verhältnis von 80 zu 20 bleibt damit wie 2024.
Erste Marktdaten beleuchten die Innenraumbegrünung
Der Report enthält erstmals Daten zur Innenraumbegrünung. Der Bereich setzt sich trotz gestiegener Kosten und Fachkräftemangel durch. Eine Online-Umfrage im Spätsommer 2026 lieferte erste, noch nicht repräsentative Einblicke in den Markt. Die teilnehmenden Betriebe meldeten für 2025 unter anderem:
- 255 Wandbegrünungen mit 635 Quadratmetern lebendem Grün und 761 Quadratmetern Moos,
- 73 Pflanzbeete mit 757,5 Quadratmetern,
- über 9.000 Pflanzgefäße in Hydro- und Semikultur.
Die Erhebung bildet den Auftakt für eine kontinuierliche Marktbeobachtung.
Kommunen halten Förderung stabil
Der Report aktualisiert die Übersicht kommunaler Förderinstrumente. Sie zeigt, welche Städte Dach- und Fassadenbegrünungen direkt oder indirekt finanziell unterstützen. Der Vergleich der BuGG-Recherchen 2026 mit den Vorjahren zeigt: Immer mehr Städte erkennen die Vorteile von Gebäudebegrünung und fördern diese verstärkt.
56 Prozent der Städte mit mehr als 50.000 Einwohnenden bezuschussen Dachbegrünungen über Förderprogramme, 54 Prozent Fassadenbegrünungen. Im Jahr 2025 lagen die Anteile bei 55 Prozent für Dächer und 54 Prozent für Fassaden. Sie blieben damit etwa gleich.
Ein Branchenverzeichnis listet etwa 70 Unternehmen und Verbände mit ihren Dienstleistungen sowie Produkt- und Systemlösungen.
Kurzfassung ergänzt die Vollversion
Der Marktreport erscheint 2026 erstmals in zwei Varianten. Die Vollversion enthält alle aktuellen Zahlen zum Gebäudebegrünungsmarkt. Der neue „Fokus“ bietet als Kurzfassung einen schnellen und gezielten Überblick über die Kernzahlen und wichtigsten Fakten. Beide Broschüren stehen kostenlos zum Download bereit.
Quelle: BuGG / oja
