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Nachhaltige Dämm­stoff­plat­ten aus Feucht­wie­sen

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Diese sogenannte Paludi-Biomasse verbindet Moor- und Klimaschutz mit der Nutzung als nachwachsender Rohstoff. Die Wiedervernässung von Mooren reduziert Treibhausgasemissionen und bewahrt Kohlenstoffspeicher. Gleichzeitig liefert die Bewirtschaftung dieser Flächen Biomasse, die für biobasierte Produkte wie Dämmstoffe eingesetzt werden kann. Dies schafft neue Wertschöpfungsmöglichkeiten und unterstützt den Klima- und Moorschutz.

Dr. Julia Belda, Projektleiterin am Fraunhofer WKI, erläutert: „Wir konnten zeigen: Die lignocellulosehaltige Biomasse lässt sich zu Fasern aufbereiten und zu leistungsfähigen Dämmstoffplatten und -matten verarbeiten – analog zu etablierten Holzfaserdämmstoffen.“

Vom Grashalm zur Dämmplatte

Die Aufbereitung der Nasswiesenbiomasse zu geeigneten Fasern stellte eine Herausforderung dar. Die Forschenden zerfaserten die Biomasse thermomechanisch in einem Refiner. Da diese Anlagen ursprünglich für Holzhackschnitzel konzipiert sind, war eine Anpassung der Prozessführung notwendig. Es gelang, einen Faserstoff herzustellen, der sich für die Produktion von Naturfaserdämmstoffen eignet.

Aus diesen Fasern wurden Dämmstoffplatten mit Abmessungen von bis zu 1.000 × 500 × 40 mm3 gefertigt. Als Bindesysteme kamen sowohl konventionelle Bindemittel als auch thermoplastische Polymerfasern zum Einsatz. Insbesondere PLA-Bikomponentenfasern erwiesen sich als vielversprechend, da sie biobasiert sind und potenziell biologisch abbaubar.

Eigenschaften und Potenziale der neuen Dämmstoffe

Die entwickelten Dämmstoffe wurden umfassend auf ihre Eigenschaften geprüft, darunter Wärmeleitfähigkeit, mechanisches Verhalten, hygrisches Verhalten und Brandverhalten. Bei einer Rohdichte von etwa 100 kg/m3 erreichten die Dämmstoffplatten Wärmeleitfähigkeiten von rund 0,040 W/(m·K). Diese Werte liegen auf dem Niveau etablierter Holzfaserdämmstoffe.

Die Ergebnisse belegen, dass Nasswiesen- beziehungsweise Paludi-Biomasse grundsätzlich für die Herstellung leichter Naturfaserdämmstoffe geeignet ist. Sie kann einen Teil der bisher verwendeten Holzfasern ersetzen und so die Rohstoffbasis im Dämmstoffbereich verbreitern. Dies trägt zu einer ressourcenschonenden und diversifizierten Rohstoffversorgung bei und fördert den Aufbau einer biobasierten Kreislaufwirtschaft.

Die gewonnenen Erkenntnisse dienen als Grundlage für die weitere Optimierung der Faseraufbereitung und der daraus hergestellten Dämmstoffe. Sie eröffnen zudem Perspektiven für weitere Anwendungen von Paludi- und Nasswiesenbiomasse in der biobasierten Wirtschaft.

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