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Kommunale Wärmeplanung: Deutschlands Großstädte planen den Gasausstieg

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Alle 16 untersuchten Städte – unter anderem Berlin, Hamburg und München – rechnen in ihren Wärmeplänen mit einem deutlichen Rückgang des fossilen Erdgases. „Unsere Auswertung der Wärmepläne der Großstädte zeigt klar, wohin die Reise geht: weg vom fossilen Gas, hin zu klimafreundlichen Alternativen“, sagt Sandra Duy, Finanztip-Expertin für energetische Sanierung.

Zwei Heizpfade dominieren

In den meisten Plänen zeichnen sich zwei zentrale Versorgungswege ab: Fernwärme in dicht bebauten Quartieren sowie Wärmepumpen und andere dezentrale Lösungen in weniger dicht besiedelten Gebieten. Biogene Brennstoffe wie Biomethan oder Bio-Öl spielen in den ausgewerteten Wärmeplänen dagegen bislang nur eine untergeordnete Rolle.

Mindestens zehn Städte benennen ausdrücklich eine Transformation, Verschlankung oder einen geordneten Rückbau der Gasinfrastruktur. Der Zeitpunkt der Auswertung ist politisch heikel: Das Gebäudemodernisierungsgesetz gibt Eigentümerinnen und Eigentümern beim Heizungstausch wieder mehr Spielraum. Gas- und Ölheizungen bleiben zulässig – allerdings nur bei einem steigenden Anteil biogener Brennstoffe.

Kommunen sehen Gesetzesreform kritisch

Die Rückmeldungen aus den Städten fallen deutlich aus: Viele bewerten die Änderungen weniger als neue Chance, sondern eher als zusätzliches Umsetzungsrisiko. Düsseldorf, Hamburg, Bonn und Mannheim stehen Wasserstoff, Biomethan und anderen grünen Gasen für die Gebäudewärme weiterhin skeptisch gegenüber – Gründe sind hohe Kosten, begrenzte Verfügbarkeit, geringe Wirtschaftlichkeit und Risiken für die Versorgungssicherheit. Leipzig, Essen, Wuppertal und Bielefeld warnen vor Verzögerungen bei der Wärmewende, München vor zusätzlicher Verunsicherung und einem wachsenden Beratungsbedarf.

„Die Städte halten aktuell an ihren Transformationspfaden fest. Sie sehen derzeit nicht, dass grüne Gase die tragende Lösung für die Wärmeversorgung im Gebäudebestand werden“, so Duy.

Eigentümerinnen und Eigentümern, die jetzt eine Gasheizung einbauen möchten, empfiehlt Finanztip, nicht allein auf das Heizungsgesetz zu achten, sondern auch den Wärmeplan der eigenen Stadt einzubeziehen und unabhängige Beratungsangebote zu nutzen. „Wer heute trotzdem eine neue fossile Heizung einbaut, geht ein echtes Risiko ein: steigende Brennstoffkosten, ein höherer CO2-Preis, wachsende Netzentgelte und unsichere Perspektiven bei biogenen Brennstoffen können das Heizen in den nächsten Jahren deutlich verteuern“, warnt sie.

Viele Städte wollen schneller klimaneutral werden als der Bund

Auffällig ist das Tempo: Elf der 16 untersuchten Städte verfolgen kommunale Klimaziele, die vor 2045 liegen. Düsseldorf, Köln, München, Stuttgart und Bonn peilen bereits 2035 an, Bremen und Leipzig das Jahr 2038. Hamburg, Nürnberg, Bielefeld und Mannheim orientieren sich an 2040. Nur fünf Städte richten sich ausschließlich am bundesweiten Zieljahr 2045 aus. Gerade wegen dieser ambitionierten Fahrpläne befürchten die Kommunen, dass zusätzliche Unsicherheit bei der Heizungswahl ihre eigenen Zeitpläne gefährden könnte.

Das Wärmeplanungsgesetz vom 1. Januar 2024 schreibt vor, dass alle Kommunen in Deutschland spätestens 2045 Konzepte für eine treibhausneutrale Wärmeversorgung vorlegen. Für die betrachteten Großstädte mit mehr als 100.000 Einwohnern lief die Frist bereits am 30. Juni 2026 ab.

Zur Auswertung

Grundlage sind 16 Wärmepläne beziehungsweise veröffentlichte Entwürfe der größten deutschen Kommunen: Berlin, Hamburg, München, Köln, Düsseldorf, Stuttgart, Leipzig, Bremen, Essen, Nürnberg, Hannover, Duisburg, Wuppertal, Bielefeld, Bonn und Mannheim. In diesen Städten leben zusammen rund 14 Millionen Menschen.

Die Auswertung bildet den kommunalen Planungsstand zum Zeitpunkt der Erstellung der Wärmepläne ab – diese entstanden noch unter den bisherigen Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes. Die Pläne wurden systematisch nach denselben Kriterien untersucht, unter anderem hinsichtlich Fernwärme, Gas, Wasserstoff, biogener Brennstoffe und dezentraler Wärmeversorgung. Zusätzlich wurden die Kommunen gefragt, inwiefern sie ihre Wärmepläne durch das neue Gebäudemodernisierungsgesetz beeinflusst sehen – geantwortet haben neun der 16 Kommunen.

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