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Diffusionsfähige Mitteldichtung von Deventer

Bereits 2009 formulierte das ift Rosenheim eine wichtige Grundregel für den Bau eines bauphysikalisch optimal konstruierten Fensters: „Die Mitteldichtung ist diffusionsoffener auszuführen als die raumseitige Überschlagsdichtung.“ Über Jahre hatte das Institut Schadensfälle untersucht, bei denen Feuchtigkeit im Fensterfalz zu Schäden führte. Immer häufiger stellte sich dabei heraus, dass diese Feuchtigkeit nicht von außen, sondern aus dem Gebäudeinneren eingetragen wurde.

„Dass die 2009 ausgesprochene Regel deshalb sinnvoll ist, steht außer Frage. Dass sie dennoch bislang weitgehend unbeachtet blieb, ist mindestens erstaunlich“, urteilt Daub. Deventer habe mit Blick auf diese Grundregel ein umfangreiches Forschungsvorhaben initiiert, das aufgrund seiner offenkundig hohen Relevanz von der Bundesinitiative „Zentrales Innovationsprogramm im Mittelstand“ (ZIM) gefördert wurde.

Fenster mit Mehrwert

Wie muss ein Dichtprofil ausgeführt werden, damit ein Fenster nach wie vor sicher vor Regen und Wind, Wärmeverlusten und Lärm schützt, aber Feuchtigkeit über die Mitteldichtung aus dem Falz diffundieren kann? Im Laufe des Forschungsprojektes fand Deventer die Antwort auf diese Frage. Die dabei entwickelte Dichtprofil-Innovation sei inzwischen durch ein Patent geschützt und könne passend zu allen gängigen Profilsystemen produziert werden. „Trauen sich Fensterhersteller zu, einen Aufpreis für diesen echten Mehrwert an ihre aufgeklärten Kunden zu berechnen, steht Deventer als verlässlicher Lieferant bereit.“

Die Mitteldichtung ermöglicht das Ablüften des Falzes, sobald die natürlichen Voraussetzungen für die Diffusion gegeben sind, also die Außenluft trockener ist als die Luft in der Fensterkonstruktion.

Feuchtigkeit reduzieren

Schimmel kann entstehen, wenn auf eine Fläche drei Tage lang eine Luftfeuchtigkeit von rund 80 % oder mehr einwirkt. „Dann bildet sich der sogenannte ‚Fruchtkörper‘, den die Menschen als schwarze Ausblühung wahrnehmen“, erklärt Daub. Es gäbe also einen „kritischen Feuchtewert“, der z. B. im Fensterfalz die Schimmelbildung begünstigt.

Auf Klimadifferenz-Prüfständen des Fraunhofer-Instituts in Stuttgart hatte Deventer deshalb den Ablauf der Jahreszeiten, Temperaturverläufe und Feuchtebildung in verschiedenen Fensterprofilen unter Einsatz diverser Dichtungen simuliert. Mit einer neu entwickelten TPE-Dichtung gelang es schließlich, die Menge der Feuchtigkeit im Beschlagfalz um bis zu 12 % zu verringern. Und das ändert tatsächlich alles.

Diffusion möglich machen

„Wir mussten mit unserer neuen Dichtung erreichen, dass die Luftfeuchtigkeit im Fensterfalz möglichst immer unterhalb von 80 % liegt“, beschreibt Daub den Entwicklungsansatz. „Das ist dann der Fall, wenn das Abtrocknen der Feuchtigkeit außer bei sehr nassem Wetter eigentlich immer möglich ist.“

Gesucht war also eine Mitteldichtung, die das Ablüften des Falzes ermöglicht, sobald die natürlichen Voraussetzungen für die Diffusion gegeben sind, also die Außenluft trockener ist als die Luft in der Fensterkonstruktion. „Als wir endlich die Eigenschaften des in dieser Hinsicht optimalen Dichtprofils definieren und im Labor seine Wirksamkeit nachweisen konnten, kam unser Forschungsprojekt zum denkbar besten Abschluss“, fasst Daub die Forschungsarbeit zusammen.

Mehr Sicherheit für Alt- und Neubau

Hersteller, die ihre Kunden und Endnutzer vor unerfreulichen Diskussionen über „schwarze Flecken“ im Fenster bewahren wollen, tun aus Sicht vieler Experten und Sachverständiger gut daran, zukünftig ihre Fenster mit einer tatsächlich diffusionsfähigen Mitteldichtung auszurüsten. „Unsere Branche kann mit optimalen Komponenten Bauelemente herstellen, die auch ein nicht ideales Lüftungsverhalten von Hausbewohnern besser tolerieren“, betont Daub.

Dies sei umso wichtiger, als auch zukünftig die allermeisten Fenster im Rahmen von Sanierungen in Gebäude eingebaut würden, bei denen keine automatische Lüftung zur Risikoprophylaxe nachgerüstet werden kann. „Das Ziel sollte sein, neue Fenster bauphysikalisch korrekt zu konstruieren, sodass ihre Dichtungsebene für den Abbau von Dampfdruck nicht nachträglich manipuliert und unterbrochen werden muss.“

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