Wärmepumpen: Online Schulungen zu VDI 4645 und VDI 4646
Die VDI 4645 und die VDI 4646 adressieren zwei unterschiedliche, aber eng miteinander verbundene Einsatzfelder der Wärmepumpentechnik: die Planung und Errichtung von Anlagen in Ein- und Mehrfamilienhäusern sowie die Anwendung von Großwärmepumpen in Gewerbe, Industrie, Quartieren und Wärmenetzen. Beide Richtlinien schaffen Struktur in einem Markt, der technisch anspruchsvoller wird und zugleich unter hohem Transformationsdruck steht.
VDI 4645: Leitfaden für Wärmepumpen in Wohngebäuden
Die Richtlinie VDI 4645 bildet den fachlichen Rahmen für Wärmepumpenanlagen in Ein- und Mehrfamilienhäusern. Sie beschreibt die erforderlichen Schritte von der Voruntersuchung und Konzepterstellung über die Detailplanung bis hin zu Inbetriebnahme, Dokumentation und Unterweisung des Betreibers.
Für die Praxis ist gerade diese Durchgängigkeit entscheidend: Eine funktionierende Wärmepumpenanlage entsteht nicht allein durch die Auswahl des Geräts, sondern durch das abgestimmte Zusammenwirken von Wärmequelle, Wärmeverteilung, Speicher, Regelung und hydraulischem Konzept. Die Richtlinie gibt dazu Hinweise auf empfohlene hydraulische Schaltungen, die Dimensionierung von Anlagenkomponenten sowie auf Kostenbetrachtungen und die Einbindung weiterer Anlagenteile wie Photovoltaik, Solarthermie oder zusätzlicher Wärmeerzeuger.
Lars Keller von der Hitzköpfe Academy ist derzeit der einzige vom VDI zugelassene Schulungspartner, der die Kategorie PE auch online schulen darf: Das nächste Haustec-Online-Seminar zur VDI 4645 PE ist am 28. und 29. Oktober 2026.
Schwerpunkt der Kategorie PE
Besonders relevant für Fachhandwerk und Planung ist die Kategorie „PE – Planung und Errichtung“. Sie umfasst mindestens 800 Minuten Schulungszeit und bildet Teilnehmende für verantwortliche Tätigkeiten in Planung, Beratung, Errichtung und Betrieb von Warmwasser-Heizungsanlagen mit Elektro-Wärmepumpen aus.
Die Schulungsinhalte reichen von Heizlast, Wärmeübergabe und Trinkwassererwärmung bis zu Betriebsweisen, Wärmespeichern, Wärmequellen, Schall, elektrischem Anschluss, Inbetriebnahme und Wartung. Auch kältetechnische Grundlagen wie Kältekreislauf, log p-h-Diagramm und Kältemittel gehören ausdrücklich dazu, weil sie für das Verständnis moderner Wärmepumpensysteme unverzichtbar sind.
Mit haustec.de ist dies bereits das dritte Online-Webinar zur VDI 4645 PE in diesem Jahr. Das Format verbindet damit Kontinuität mit aktuellem Praxisbezug und zeigt, wie groß der Bedarf an qualifizierter Weiterbildung im Wärmepumpenmarkt inzwischen ist.
Mit Fachvideos vorbereiten
Ergänzend zum Live-Webinar werden vorbereitende Videos zu den Themen „Betriebsarten bei Wärmepumpen“, „Grundlagen Kältekreislauf (log p h Diagramm)“, „Kältetechnische Bauteile“ und „Kältemittel und gesetzliche Einordnung“ bereitgestellt. Dieser Ansatz schafft einen einheitlichen Wissensstand vor dem eigentlichen Termin und verlagert Grundlagenthemen in die individuelle Vorbereitung.
Didaktisch ist das ein sinnvoller Schritt: Wenn Basisthemen bereits vorab vermittelt werden, kann die gemeinsame Online-Zeit stärker für Einordnung, Rückfragen, Praxisfälle und Diskussion genutzt werden. Gerade bei einer Richtlinie wie der VDI 4645, in der technische, hydraulische, regulatorische und betriebliche Aspekte zusammenlaufen, ist dieser Zeitgewinn im Seminar besonders wertvoll.
Das ist die Zielgruppe der VDI 4645
Die VDI-4645-PE-Schulung richtet sich an SHK-Fachhandwerker, Planer sowie an Fachkräfte mit einschlägiger technischer Qualifikation oder entsprechender verantwortlicher Berufserfahrung in Wärme-, Kälte-, Raumluft-, Sanitär- oder Elektrotechnik. Für diese Zielgruppen ist die Richtlinie vor allem deshalb relevant, weil sie eine gemeinsame Sprache für Planung, Ausführung und Qualitätssicherung schafft.
Das nächste Haustec-Online-Seminar zur VDI 4645 PE findet am 28. und 29. Oktober 2026 statt.
Weitere Informationen: https://events.gentner.de/de/online-seminar-zur-vdi-4645-pe-0
VDI 4646: Planungsempfehlung für Großwärmepumpen
Mit der VDI 4646 liegt seit Mai 2026 der Weißdruck zur „Anwendung von Großwärmepumpen“ vor. Die Richtlinie richtet sich an Anwendungen jenseits klassischer Wohngebäude und unterstützt die Planung und Bewertung von Wärmepumpenanlagen in Gewerbe, Industrie, Quartieren, Nichtwohngebäuden und der leitungsgebundenen Wärmeversorgung.
Im Zentrum steht ein strukturierter Prozess der Grundlagenermittlung. Er erfasst technische, betriebliche und wirtschaftliche Randbedingungen, um daraus eine Vorplanung, eine Grobdimensionierung und eine erste Bewertung der Umsetzbarkeit abzuleiten.
Genau darin liegt die Stärke der VDI 4646: Sie will kein Detailregelwerk für jede letzte Auslegungsfrage sein, sondern einen belastbaren Orientierungsrahmen für frühe Projektphasen liefern. Für viele Projekte ist gerade diese frühe Struktur entscheidend, weil erst dadurch sichtbar wird, ob eine Großwärmepumpe ökologisch und ökonomisch sinnvoll in Prozesse oder Versorgungssysteme integriert werden kann.
Wärmequellen, Wärmesenken und Integration
Bei Großwärmepumpen genügt es nicht, nur auf die Nennleistung einer Maschine zu schauen. Entscheidend ist vielmehr, welche Wärmequellen und Wärmesenken verfügbar sind, wie die Temperaturniveaus zueinander passen und an welchem Integrationspunkt die Wärmepumpe den größten Nutzen im Gesamtsystem erzielt.
Abhängig vom Temperaturhub verändern sich Leistungszahl und Systemeffizienz deutlich. Deshalb gehören die Analyse von Temperaturniveaus, die Bewertung geeigneter Integrationspunkte und bei Bedarf auch Methoden wie die Pinch-Analyse zu den zentralen Werkzeugen der Vorplanung.
Die Richtlinie liefert damit eine fachliche Grundlage, um Projekte nicht nur technisch machbar, sondern auch wirtschaftlich belastbar zu bewerten. Gerade in Industrie und Quartiersversorgung, wo Lastgänge, Prozesse und Netzintegration eine große Rolle spielen, ist diese strukturierte Herangehensweise besonders wichtig.
Das ist die Zielgruppe der VDI 4646
Die VDI 4646 richtet sich an Planer, Industrieunternehmen mit relevantem Niedertemperaturwärmebedarf, Energieversorgungsunternehmen, kommunale Versorger, Hersteller, Anlagenbauer sowie Akteure aus Wissenschaft und Forschung. Damit spricht sie genau jene Gruppen an, die Großwärmepumpenprojekte fachlich vorbereiten, bewerten oder umsetzen müssen.
Für diese Zielgruppen ist die Richtlinie vor allem ein Instrument zur systematischen Projektentwicklung. Sie hilft dabei, Potenziale frühzeitig zu erkennen, technische Fehlannahmen zu vermeiden und Investitionsentscheidungen auf eine fundierte Datengrundlage zu stützen.
Weiterbildung dient als Brücke zwischen Regelwerk und Praxis
Technische Richtlinien entfalten ihren Nutzen erst dann vollständig, wenn sie in konkrete Planungs- und Entscheidungsprozesse übersetzt werden. Genau an dieser Schnittstelle setzen spezialisierte Webinare an: Sie ordnen Inhalte ein, erläutern Hintergründe und diskutieren, wie sich Vorgaben im Projektalltag anwenden lassen.
Die Hitzköpfe Academy bietet dazu nach eigenen Angaben ein Tageswebinar zur VDI 4646 an; Teilnehmende können dabei entscheiden, ob sie zusätzlich die Printversion der Richtlinie erwerben möchten. Wer sich mit Einbindung, Temperaturhub, Wärmequellen, Wärmesenken und erster Wirtschaftlichkeitsbewertung beschäftigt, erhält so einen kompakten Zugang zu einem Themenfeld, das in den kommenden Jahren stark an Bedeutung gewinnen dürfte.
Sowohl die VDI 4645 als auch die VDI 4646 zeigen, dass Wärmepumpen heute weit mehr sind als eine reine Gerätetechnik. Sie sind Teil integrierter Energiesysteme – im Wohngebäude ebenso wie im industriellen oder kommunalen Maßstab – und verlangen deshalb nach sauberer Planung, solidem Systemverständnis und kontinuierlicher Weiterbildung.
Das Tageswebinar findet am 18. September 2026 statt.
Weitere Informationen: https://hitz-koepfe-academy.tentary.com/p/PxUDlC
