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Lamellendach im Test: Bei Online-Produkten genau hinschauen

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Im Bereich des Sonnen- und Wetterschutzes zählen Lamellendächer zu den besonders stark wachsenden Produktgruppen. Zugleich verändert sich der Vertrieb: Neben europäischen Herstellern mit Fachhandel und qualifizierten Montagebetrieben vermarkten zunehmend Anbieter ihre Produkte über Social Media. Eindrucksvolle Videos mit Melonentests, Fahrzeugen auf Dachflächen oder spektakulären Belastungsszenarien erzielen hohe Reichweiten. Doch wie aussagekräftig sind solche Darstellungen tatsächlich? Und vor allem: Gelten die technischen Regeln für alle Marktteilnehmer gleichermaßen? Dürfen CE-Zeichen falsch sein, Statiknachweise fehlen?

Das gilt: Normen, Richtlinien und Vorschriften

Wer ein Lamellendach in Europa in Verkehr bringt, bewegt sich nicht im rechtsfreien Raum. Windlasten, Schneelasten, regionale Besonderheiten und konstruktive Anforderungen sind keine unverbindlichen Empfehlungen, sondern die Grundlage für eine sichere Nutzung. Genau deshalb wurde ein am Markt frei verfügbares Lamellendach eines Social-Media-Anbieters erworben und einem praxisnahen Belastungsversuch unterzogen. Niemand würde auf die Idee kommen, Verkehrsregeln infrage zu stellen. Jeder kann ein Fahrzeug kaufen und benutzen. Wie schnell gefahren werden darf und welche Anforderungen an die Verkehrssicherheit gestellt werden, regeln jedoch verbindliche Vorschriften. 

Ähnlich verhält es sich im Bauwesen: Hersteller können Produkte entwickeln und vermarkten, doch die technischen Anforderungen werden durch Normen, Richtlinien und statische Nachweise definiert. Bei Pergolux z. B. fehlen alle erforderlichen Nachweise. Gerade bei Lamellendächern spielen Wind- und Schneelasten eine entscheidende Rolle. Schließlich handelt es sich um Konstruktionen, die über viele Jahre hinweg unterschiedlichsten Witterungseinflüssen ausgesetzt sind. Besonders anspruchsvoll sind Regionen mit erhöhten Schneelasten, wie sie beispielsweise in Teilen Bayerns oder in alpinen Sondergebieten auftreten. Um die Herstellerangaben eines über Social Media vertriebenen Lamellendaches nachvollziehbar bewerten zu können, wurde das Produkt bewusst für einen Einsatzort in Bayern beschafft. Ziel war es, die beworbenen Leistungsdaten unter realitätsnahen Bedingungen überprüfen zu können.

Den Versuchsaufbau im Detail betrachten

Das Lamellendach wurde gemäß Herstellerangaben sklavisch nach Montageanleitung montiert. Für die Belastungsversuche entstand zusätzlich ein separates Holzgestell, dass das Dach vollständig umschloss. Dabei wurde großer Wert darauf gelegt, dass keinerlei mechanische Verbindung zwischen Versuchsaufbau und Produkt bestand. Das Holzgestell befand sich rund zwei Zentimeter oberhalb der Dachkonstruktion, sodass keine Lasten über den Versuchsaufbau in das Lamellendach eingeleitet werden konnten. Zur Simulation von Schneelasten wurden drei Wasserbecken auf der Dachfläche angeordnet. Die Becken waren mit flexibler Teichfolie ausgekleidet.

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