PU-Schaum im Winter: Verarbeitungstipps für niedrige Temperaturen

Niedrige Temperaturen beeinflussen im Herbst und Winter die Verarbeitung und Aushärtung von PU-Schaum. Trotzdem lässt sich auch in der kalten Jahreszeit damit arbeiten. Das PU-Schaum-Infocenter erklärt, worauf Profis und Heimwerker bei Kälte achten sollten. Besonders wichtig ist dabei die Temperatur des Schaums in der Dose.
Handelsübliche Montageschäume lassen sich in der Regel bei Temperaturen zwischen etwa 5 und 25 beziehungsweise 30 Grad Celsius gut verarbeiten. Für Temperaturen unter 5 Grad gibt es spezielle Winterschäume, die bis - 10 Grad funktionieren. Ist so ein Winterschaum gerade nicht zu Hand, kann man versuchen, mit normalem PU-Schaum weiterzuarbeiten.
Drei Dinge sind dann besonders wichtig:
- ausreichend Feuchtigkeit,
- die richtige Temperatur des Schaums in der Dose,
- etwas mehr Zeit zum Aushärten.
Mindestens 5 Grad: Dose muss warm bleiben
Als Erstes ist wichtig, dass die PU-Schaumdose selbst nicht zu kalt ist. Je kälter der Schaum in der Dose ist, desto zähflüssiger wird er. Die Folge: Er passt einfach nicht mehr durch das Ventil. Mindestens 5 Grad sollte der Doseninhalt deswegen schon haben. Es ist deswegen keine gute Idee, die Dose nachts im kalten Transporter liegen zu lassen. Besser ist es, sie bei Zimmertemperatur zu lagern.
Ist die Dose trotzdem zu kalt geworden, kann man sie vor der Anwendung auf Betriebstemperatur bringen. Dabei ist allerdings Vorsicht geboten! Die Dose muss unbedingt langsam erwärmt werden. Wird sie zu stark erhitzt, dehnt sich das in der Dose befindliche Gas zu schnell aus und es besteht Explosionsgefahr.
Bunsenbrenner oder ein heißer Heizkörper sind deswegen nicht geeignet. Ein lauwarmes Wasserbad ist besser und sicherer.
Mehr Feuchtigkeit hilft beim Aushärten
Der zweite wichtige Erfolgsfaktor bei niedrigen Temperaturen ist Feuchtigkeit. 1K-PU-Schaum benötigt sie, um vollständig auszuhärten. Kalte Luft enthält aber weniger Wasser als warme. Deswegen sollte bei niedrigen Temperaturen der Untergrund vor dem Ausschäumen etwas mehr als sonst angefeuchtet werden. Doch Vorsicht, dass sich keine dünne Eisschicht bildet, bei der der Schaum „abrutscht“.
Bei Kälte braucht PU-Schaum länger
Der dritte Faktor ist die Zeit. Bei niedrigen Temperaturen verlangsamen sich chemische Reaktionen. Das heißt: Um auszuhärten, braucht der Schaum etwas länger. Hier ist ein bisschen Geduld gefragt, bevor man weiterarbeitet.
Wenn sich Eis bildet, ist Schluss
Eine absolute Grenze für die Arbeit mit „normalem“ PU-Schaum setzt die Eisbildung. Befindet sich Eis auf dem Untergrund, verbindet sich der Schaum nicht mit dem Bauteil, sondern lediglich mit der Eisschicht. Taut diese später, fehlt die notwendige Haftung. Darüber hinaus kann sich gefrorenes Wasser nicht chemisch mit dem Polyurethan verbinden. Der Schaum härtet deswegen nicht richtig aus.
Winterschaum funktioniert bis - 10 Grad
Bei Frost kommt deshalb spezieller Winterschaum zum Einsatz. Je nach Produkt kann er bis etwa - 10 Grad Celsius verarbeitet werden. Doch auch hier bleibt die Dosentemperatur entscheidend: Die Dose selbst muss mindestens 5 Grad Celsius warm sein. Wird der Schaum in der Dose zu kalt, ist er zu zäh und lässt sich nicht mehr richtig ausbringen.
Ausgehärtet hält PU-Schaum - 40 bis + 80 Grad aus
Die Temperatur bei der Verarbeitung darf nicht mit der späteren Temperaturbeständigkeit verwechselt werden. Ist PU-Schaum vollständig ausgehärtet, hält er wesentlich größere Temperaturschwankungen aus. Üblicherweise ist er zwischen etwa - 40 und + 80 Grad Celsius temperaturbeständig.
Für die Verarbeitung bei Kälte gilt daher: Feuchtigkeit zuführen, die Dosentemperatur im Blick behalten und mehr Zeit zum Aushärten einplanen. Bei Frost ist Winterschaum die richtige Wahl – die Dose selbst muss aber auch dann ausreichend warm bleiben
