Allengra kombiniert R290-Leckageerkennung und Wärmemengenmessung

Allengra aus Ravenstein stellt vom 28. September bis 1. Oktober 2026 auf der Interclima in Paris Porte de Versailles eine modulare Ultraschallsensorlösung für Wärmepumpen vor. Sie verbindet Sicherheit, Effizienz und Zustandsüberwachung. Die Sensoren sollen vor allem zwei Aufgaben erfüllen: mögliche R290-Leckagen früh erkennen und die übertragene Wärme- und Kältemenge erfassen.
Propan erfordert ein Sicherheitskonzept
Mit dem natürlichen Kältemittel R290 (Propan) lassen sich Wärmepumpen mit sehr geringem Treibhauspotenzial bauen. Propan ist jedoch hochentzündlich. Ein Sicherheitskonzept muss deshalb früh erkennen, wenn Kältemittel aus dem Kältekreislauf in den Heizkreis übertritt. Allengra kombiniert dafür ALSONIC-Ultraschallsensoren mit einem externen Gasblasen-Differenzmessmodul. Die Sensoren sind in die Anlagensteuerung eingebunden, damit automatische Sicherheitsreaktionen möglich sind.
Zwei Sensoren bilanzieren Gasblasen
Je ein Sensor sitzt vor und nach dem Wärmetauscher. So bilanziert das System die Gasblasen. Treten Gasblasen nur auf der Sekundärseite auf, deutet das klar auf eine Leckage im Wärmetauscher hin. Eingetragene Luft erzeugt dagegen vergleichbare Signale vor und nach dem Wärmetauscher. Dadurch lässt sie sich von einer Leckage unterscheiden. Bei einem Leckageverdacht kann die Anlagensteuerung automatisch reagieren und die Wärmepumpe sicher abschalten. Die kontinuierliche Messung hilft zudem, die eingetragene Gasmenge abzuschätzen.
Ein Sensor misst Durchfluss und Temperaturen
Für Wärmepumpenhersteller wird neben der Sicherheit auch die transparente Messung von Wärmeleistung und Effizienz wichtiger. Ein Grund dafür sind die sich weiterentwickelnden europäischen Ökodesign-Anforderungen. Der ALSONIC-Ultraschall-Durchflusssensor misst Volumenstrom, Vorlauftemperatur und Rücklauftemperatur in einer vorkalibrierten Einheit. Dafür genügen eine hydraulische und eine elektronische Schnittstelle.
Gepaart kalibrierte PT1000-Sensoren erreichen eine Temperaturdifferenzgenauigkeit von ±0,3 Kelvin. Die Durchflussgenauigkeit liegt bei ±2 Prozent. Zusammen ergibt sich zum Beispiel bei einer Temperaturdifferenz von 10 Kelvin eine Wärmemengen-Messgenauigkeit von etwa ±5 Prozent. Die integrierte Elektronik berechnet Wärme- und Kältemengen getrennt nach Betriebsmodus. Die Werte überträgt sie über eine einzige Busverbindung an die Wärmepumpensteuerung.
Plattform überwacht weitere Betriebsparameter
Über Leckageerkennung und Wärmemengenmessung hinaus kann die Sensorplattform weitere Werte überwachen:
- Gasabscheider: Sensoren vor und nach dem Abscheider machen seine Wirkung messbar. Bleiben Blasen zurück, lässt sich die Pumpenleistung anpassen oder eine Wartung empfehlen.
- Ablagerungen: Eine Differenzdruckmessung zeigt zunehmende Verschmutzung am Wärmetauscher an und unterstützt die vorbeugende Wartung.
- Frostschutz: Die Ultraschallmessung kann Glykolkonzentration und Gefrierpunkt des Heizmediums überwachen und vor kritischen Werten warnen.
- Systemintegration: Ein einzelnes Gerät reduziert Teilevielfalt, Verkabelung, Lagerhaltung und Integrationsaufwand. Der Sensor kommt ohne bewegliche Teile aus und arbeitet wartungsfrei.
Entwicklungskit erleichtert die Integration
Mit dem R290 Safety Development Kit richtet sich Allengra an Wärmepumpenhersteller und Forschungseinrichtungen. Die Plattform dient für Versuche und für die Integration in eigene Systeme. Das Kit verbindet die Sensorik mit Datenerfassung und Auswertung. Es deckt folgende Funktionen ab:
- Leckageerkennung
- Wärmemengenmessung
- Gasabscheider- und Pumpenoptimierung
- Differenzdrucküberwachung
- Glykolüberwachung
Am Messestand in Halle 7.3, Stand B059, können Besucherinnen und Besucher mit den Experten des Unternehmens Lösungen für eigene Wärmepumpenplattformen besprechen.
