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„Das ist doch ein Neubau!“: Warum trotzdem Schimmel entsteht

Paul Michael Böhm
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Als ich die Wohnung betrete, wirkt zunächst alles unauffällig. Ein moderner Neubau von 2022. Hochwertige Ausführung, raumhohe Fensterelemente mit 3-fach-Verglasung, Fußbodenheizung, eine dezentrale kontrollierte Wohnraumlüftung. Eigentlich genau die Art von Gebäude, bei der man eines sicher nicht erwartet: Schimmelschäden. Die Bewohnerin sieht mich an und sagt: „Ich verstehe das nicht. Das ist doch ein Neubau.“ Ein Satz, den ich in den letzten Jahren immer häufiger höre. Und der Schaden sitzt dort, wo man ihn erwartet: Im Schlafzimmer, direkt beim Fenster: Leichte Verfärbungen an der Leibung, Spuren entlang der Sockelleiste. Die erste Schlussfolgerung ist schnell getroffen: „Das Fenster oder der Fenstereinbau stellen das Problem dar.“ Ist das wirklich so?

Die Messung widerspricht der Intuition

Wie so oft liefert eine umfassende bauphysikalische Untersuchung ein klares Bild: keine erhöhte Baustofffeuchte, maximal 43 Digits bei einer Skalierung von 0-200 Digits, die Werte lagen also im Bereich unauffälliger Referenzwerte. Oberflächentemperaturen mit 16 °C deutlich über kritischen Grenzwerten, kein Unterschreiten des Temperaturfaktors fRsi = 0,7

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Schimmel entsteht nicht durch das Bauteil, sondern durch Alltagsdetails wie einen dichten Vorhang, der die Luftzirkulation behindert. Dadurch entsteht hinter dem Vorhang ein Mikroklima mit erhöhter Feuchtigkeit, was zu Schimmelbildung führt.
Wenn die Lüftung abgeschaltet wird, bleibt die Feuchtigkeit, die durch Atmung und Transpiration entsteht, im Raum. Besonders hinter Vorhängen kann die Luftfeuchtigkeit an kalten Oberflächen kondensieren und Schimmel verursachen.
Die relative Luftfeuchte zeigt nur ein Verhältnis an, nicht die tatsächliche Wassermenge in der Luft. Bereits bei 45 bis 50 % relativer Luftfeuchte und höheren Raumtemperaturen kann die absolute Luftfeuchte im kritischen Bereich liegen und Schimmel begünstigen.
Moderne Gebäude sind luftdicht und benötigen einen kontrollierten Luftwechsel. Das System ist energetisch effizient, aber sensibler gegenüber Fehlern wie mangelnder Lüftung oder eingeschränkter Luftzirkulation.
Lüftungssysteme sollten nicht abgeschaltet werden, die Luftfeuchte muss überwacht werden und Vorhänge sowie Möbel dürfen nicht direkt vor Fenstern stehen. Räume sollten gleichmäßig temperiert werden und die absolute Luftfeuchte beachtet werden.

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