„Das ist doch ein Neubau!“: Warum trotzdem Schimmel entsteht

Als ich die Wohnung betrete, wirkt zunächst alles unauffällig. Ein moderner Neubau von 2022. Hochwertige Ausführung, raumhohe Fensterelemente mit 3-fach-Verglasung, Fußbodenheizung, eine dezentrale kontrollierte Wohnraumlüftung. Eigentlich genau die Art von Gebäude, bei der man eines sicher nicht erwartet: Schimmelschäden. Die Bewohnerin sieht mich an und sagt: „Ich verstehe das nicht. Das ist doch ein Neubau.“ Ein Satz, den ich in den letzten Jahren immer häufiger höre. Und der Schaden sitzt dort, wo man ihn erwartet: Im Schlafzimmer, direkt beim Fenster: Leichte Verfärbungen an der Leibung, Spuren entlang der Sockelleiste. Die erste Schlussfolgerung ist schnell getroffen: „Das Fenster oder der Fenstereinbau stellen das Problem dar.“ Ist das wirklich so?
Die Messung widerspricht der Intuition
Wie so oft liefert eine umfassende bauphysikalische Untersuchung ein klares Bild: keine erhöhte Baustofffeuchte, maximal 43 Digits bei einer Skalierung von 0-200 Digits, die Werte lagen also im Bereich unauffälliger Referenzwerte. Oberflächentemperaturen mit 16 °C deutlich über kritischen Grenzwerten, kein Unterschreiten des Temperaturfaktors fRsi = 0,7.

