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Wie die Pelletbranche ihre Poten­ziale gemein­sam heben will

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Von links: Torben Niemann, Projektleiter Initiative Holzwärme, mit DEPV-Referent Jens Dörschel, Martin Ecker, Geschäftsführer HDG, und Dr. Volker Lenz vom Biomasseforschungszentrum.

Helmut Schellinger, Vorsitzender des Deutschen Energieholz- und Pellet-Verbands (DEPV), kritisiert die mangelnde Nutzung der Potenziale heimischer Holzenergie. Beim Branchentag des Deutschen Pelletinstituts (DEPI) in Würzburg wies er auf die Vorteile von Holz und Pellets hin, darunter Versorgungssicherheit, lokale Wertschöpfung und Klimaschutz. 

Diese Aspekte bieten Antworten auf die aktuellen Krisen. Schellinger sieht die Gründe für die schwierige Marktsituation nicht nur im schwachen Heizungsmarkt, sondern auch in Vorurteilen, die von öffentlichen Akteuren geschürt werden. Er betont, dass für Pelletheizungen im Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) und in der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) weiterhin attraktive Förderbedingungen gelten.

Es gibt brancheninterne Herausforderungen

Schellinger fordert eine gemeinsame Anstrengung der gesamten Branche, um die Vorteile von Pelletheizungen wieder stärker an Handwerk und Verbraucher zu vermitteln, um die Marktsituation mittelfristig zu verbessern. Er kritisiert, dass einige große Pellethersteller dem entgegenwirken, indem sie mit einem eigenen Qualitätssystem den Markt und Interessenten verunsichern. Schellinger betont, dass das Heizen mit Pellets in Deutschland, dem größten Pelletproduzenten Europas, verantwortungsvoll betrieben werden kann. Er ruft die Branche auf, der kritischen Marktsituation gemeinsam zu begegnen, auch durch gezielte Kommunikationsmaßnahmen, die in der DEPV-Fachgruppe Marketing diskutiert wurden.

Bayern gilt als Vorreiter für Pelletheizungen

Ludwig Friedl, Geschäftsführer der Energieagentur Regensburg, und Dr. Wolfgang Schwarz, Hauptgeschäftsführer beim bayerischen Fachverband Sanitär, Heizung und Klima, beleuchten die Vorbildfunktion Bayerns. Der Freistaat weist die höchste Dichte an Pelletheizungen auf. Schwarz und Friedl sind sich einig, dass es mittlerweile erheblichen Aufwand erfordert, Handwerk und öffentlicher Hand das komplexe System des Heizens mit Pellets zu vermitteln.

Schwarz hebt hervor, dass das SHK-Handwerk in Bayern in großen Teilen vom Energieträger Holz und speziell auch von Pellets überzeugt sei. Dies zeige u.a. die Inbetriebnahme der 250.000. bayerischen Pelletheizung im vergangenen Jahr. Die Heizungsbauer verfügen über das notwendige Spezialwissen, etwa zum Zusammenspiel von Lager und Heizung für die Pelletqualität, was für eine Beratung und einen optimalen Heizungsbetrieb entscheidend ist.

Friedl sieht keinen Grund, Wärmenetze und Einzelheizungen in der Kommunalen Wärmeplanung als Konkurrenz zu betrachten. Beide verfolgen das Ziel, Öl- und Gasheizungen zu ersetzen. Er ergänzt, dass neue Wärmenetze seltener umgesetzt werden als angenommen, weshalb die Pelletheizung weiterhin für die erneuerbare Wärmewende in Bayern erforderlich ist.

Gezielte politische Interessenvertretung ist notwenig

Eine gezielte Interessenvertretung für die Pelletbranche ist angesichts der Neuerungen bei GModG und BEG wichtig. Der DEPV begegnet offenen Punkten und Einwänden sachlich und fundiert, insbesondere der für nächstes Jahr geplanten Verschärfung der Emissionsvorgaben für die Förderung von Pelletheizungen. Dr. Volker Lenz vom Biomasseforschungszentrum Leipzig belegt anhand aktueller Daten, dass Pelletheizungen eine Lösung für die Luftreinhaltung und nicht das Problem darstellen. Lenz fasst zusammen, dass Hybridsysteme aus Wärmepumpe und Pelletofen mit Wassertasche oder Pelletkessel eine hohe Zukunftssicherheit bezüglich Gesamteffizienz, Komfort und Resilienz bieten.

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