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Jedes zwölfte Unternehmen sieht seine Existenz bedroht

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8,1 Prozent der Unternehmen in Deutschland – rund jedes zwölfte – sehen ihren eigenen Fortbestand gefährdet. Das zeigt die ifo‑Konjunkturumfrage vom April 2026. „Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt", sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Umfragen. „Die Insolvenzzahlen dürften vor dem Hintergrund der geopolitischen Unsicherheit in den kommenden Monaten auf einem hohen Niveau bleiben."

Einzelhandel in der schwersten Krise

Besonders dramatisch ist die Lage im Einzelhandel: 17,4 Prozent der Unternehmen sehen sich dort existenziell bedroht – ein neuer Höchststand. Kaufzurückhaltung der Verbraucher, wachsender Online-Handel und Billiganbieter aus dem Ausland verschärfen den Druck. Insgesamt fürchten 1,6 Prozent aller Handelsunternehmen, ihr Geschäft aufgeben zu müssen.

Drei Probleme belasten branchenübergreifend

Unabhängig von der Branche kämpfen Unternehmen mit denselben Grundproblemen: fehlende Aufträge und schwache Nachfrage, steigende Betriebs- und Energiekosten sowie zunehmende Bürokratiebelastung. Dazu kommen wachsende Liquiditätsengpässe, weil Kunden ihrerseits sparen oder insolvent werden. Wohlrabe warnt: „Die Krise überträgt sich entlang der Lieferketten. Wenn Kunden wegbrechen oder Aufträge stornieren, trifft das die Zulieferer und Dienstleister mit voller Wucht."

Dienstleister, Industrie und Bau unter Druck

Bei den Dienstleistern sehen sich 7,6 Prozent der Unternehmen existenziell bedroht – in Beherbergung und Gastronomie liegt der Wert bei fast 20 Prozent, in Werbung und Marktforschung bei 14,3 Prozent. In der Industrie ist der Anteil leicht auf 7,5 Prozent zurückgegangen, dennoch belasten hohe Energie- und Rohstoffkosten sowie Wettbewerbsnachteile gegenüber asiatischen Anbietern vor allem exportorientierte Branchen.

Im Bauhauptgewerbe stieg der Anteil existenzbedrohter Unternehmen leicht auf 7,3 Prozent. Der Auftragseinbruch im Wohnungsbau hält an. Lange Genehmigungsverfahren und die Zurückhaltung der Banken bei der Baufinanzierung belasten den Sektor weiter.

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