Wirken sich digitale Tools negativ auf die Arbeit aus?

Nahezu alle Betriebe in Deutschland setzen etablierte digitale Technologien wie Computer, Laptops oder Smartphones ein. Bereits jeder dritte Betrieb nutzt digitale Tools gezielt zur Unterstützung im Arbeitsschutz. Dazu zählen Anwendungen für Gefährdungsbeurteilungen, Unterweisungen oder die Organisation von Arbeitsschutzmaßnahmen.
Die Auswertungen stammen aus der vierten europäischen Unternehmensbefragung zu Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz (ESENER-4). Die Erhebung wurde im Auftrag der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) durchgeführt. Weitere Ergebnisse der deutschen Stichprobe hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in einem kompakten Bericht zusammengefasst.
Beschäftigte erleben Belastungen
Aber der Einsatz hat auch Nachteile: Zwischen 50 bis 65 Prozent der Beschäftigten sind Belastungen wie langem Sitzen, repetitiven Bewegungen oder Informationsüberlastung ausgesetzt. Dadurch rückt nicht nur die technische Nutzung in den Blick, sondern auch ihre Folgen für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Der Austausch über diese Auswirkungen wird wichtiger.
Zudem zeigen sich beim Einsatz digitaler Tools im Arbeitsschutz kaum Unterschiede zwischen kleinen, mittleren und großen Betrieben. Die Nutzung zieht sich damit durch die verschiedenen Betriebsgrößen.
Kleine Betriebe greifen das Thema häufiger auf
2019 besprach noch jedes vierte Klein- und Kleinstunternehmen das Thema mit den Beschäftigten. Inzwischen ist es jedes dritte. Rund 32 Prozent der kleinen und Kleinstunternehmen thematisieren die gesundheitlichen Auswirkungen digitaler Technologien auf ihre Beschäftigten. Auch Schulungen spielen eine Rolle. 40 Prozent aller Betriebe geben an, Schulungen zur Nutzung digitaler Tools anzubieten.
Befragung erweitert den Blick
Die Unternehmensbefragung erhebt seit 2009 regelmäßig den Stand von Sicherheit und Gesundheit in europäischen Betrieben. Es gab Befragungswellen in den Jahren 2009, 2014, 2019 und 2024. Die Digitalisierung der Arbeitswelt wurde als neu identifiziertes Risiko bereits in die Befragung 2019 aufgenommen. In der Befragung 2024 wurde erstmals gefragt, ob digitale Technologien auch zur Unterstützung von Aufgaben im Arbeitsschutz eingesetzt werden.
Die BAuA stellt den Bericht „Digitalisierung und Arbeitsschutz in deutschen Betrieben. Ergebnisse der ESENER-4-Betriebsbefragung“ hier zur Verfügung.
