Wärmewende im Schneckentempo: Millionen Altheizungen bleiben in Betrieb

Deutschland kommt beim Heizungstausch nur schleppend voran. Das zeigen aktuelle Erhebungen des Bundesverbandes des Schornsteinfegerhandwerks für das Jahr 2025. Rund 19,5 Millionen Heizungsanlagen und Warmwasserheizer nutzten im vergangenen Jahr fossile Energieträger. Zwar sank ihre Zahl gegenüber dem Vorjahr um zwei Prozent – von einer echten Aufbruchstimmung ist die Wärmewende im Gebäudesektor aber weit entfernt.
Betriebsalter alarmierend hoch
Besonders auffällig ist der Blick aufs Alter der Anlagen. Im Bereich der konventionellen Heiztechnik sind über 86 Prozent der Ölheizungen sowie rund zwei Drittel der Gasheizkessel älter als 20 Jahre – Technik, die längst als überholt gilt. Etwas besser sieht es bei Brennwertgeräten aus: Lediglich rund 1 Prozent der Öl- und etwa 26 Prozent der Gasbrennwertgeräte sind älter als 15 Jahre. Diese effizientere Technik verbreitet sich zwar kontinuierlich, aber ebenfalls nur in kleinen Schritten.
Politische Unsicherheit als Investitionsbremse
Ein zentraler Grund für die Zurückhaltung der Eigentümerinnen und Eigentümer ist die politische Unsicherheit. Nach dem Regierungswechsel kündigte die Koalition eine Reform des „Heizungsgesetzes" an – die Änderung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) kommt jedoch erst im Sommer 2026 in den Bundestag. Viele Hausbesitzer warteten daher ab und verschoben Investitionen. Ein Muster, das die Branche bereits kennt: Jede politische Debatte über das Heizungsgesetz hat in der Vergangenheit zu Kaufzurückhaltung geführt.
Verbandspräsident Alexis Gula mahnt: „Die Wärmewende im Gebäudesektor kommt langsamer voran als geplant. Klare politische Signale und verlässliche Förderbedingungen bleiben entscheidend."
