Umstellung auf BIM: Diese 7 Punkte sollten Sie kennen

1. Infrastruktur prüfen
Die Einführung von BIM bedeutet nicht nur den Wechsel auf neue Programme. Mit der modellbasierten Planungsmethode verändern sich auch interne Strukturen, Kommunikationswege und Arbeitsabläufe. Deshalb sollten Unternehmen vor dem Einstieg ihre gesamte technische und organisatorische Infrastruktur prüfen – von Software und Hardware über Netzwerke bis hin zu den vorhandenen personellen Ressourcen.
Es gilt: Da jedes Planungsbüro andere Voraussetzungen mitbringt, gibt es keinen einheitlichen Weg. Grundlegende Schritte und bewährte Vorgehensweisen lassen sich jedoch auf nahezu jedes Unternehmen übertragen.
2. Ohne klare Ziele fehlt die Orientierung
Bevor BIM eingeführt wird, sollten Unternehmen festlegen, welche Erwartungen sie an die neue Planungsmethode haben. Mögliche Ziele reichen von einer besseren Datenorganisation und weniger Suchaufwand über präzisere Kosten- und Terminplanung bis hin zu einer höheren Planungsqualität oder einer verbesserten Gebäudedokumentation für den späteren Betrieb.
Wichtig ist dabei, realistische Ziele zu formulieren und zwischen kurz- und langfristigen Vorhaben zu unterscheiden. Anschließend empfiehlt sich eine Analyse des Ist-Zustands, um vorhandene Stärken und Defizite zu erkennen und den eigentlichen Handlungsbedarf abzuleiten.
3. Die Mitarbeiter sind der Schlüssel zum Erfolg
Der Erfolg einer BIM-Einführung hängt maßgeblich von den Beschäftigten ab. Sie müssen frühzeitig informiert, geschult und auf die neuen Arbeitsweisen vorbereitet werden. Gleichzeitig sind Offenheit gegenüber neuen Technologien und die Bereitschaft erforderlich, eingespielte Abläufe zu hinterfragen.
Eine besondere Rolle übernimmt der BIM-Verantwortliche beziehungsweise BIM-Manager. Er koordiniert den Datenaustausch, stimmt Modelle verschiedener Projektbeteiligter aufeinander ab und sorgt dafür, dass die Zusammenarbeit funktioniert. Gleichzeitig ist er gefragt, die Mitarbeiter auch in Phasen der Unsicherheit oder Stagnation zu motivieren, damit sie konsequent mit der neuen Arbeitsweise weiterarbeiten.
4. Die richtige Software allein genügt nicht
Für BIM werden Programme benötigt, die unter anderem parametrische 3D-Modelle, strukturierte Bauwerksdaten sowie den Datenaustausch über IFC-Schnittstellen unterstützen. Dennoch reicht BIM-fähige Software allein nicht aus. Entscheidend ist, dass die Anwender die Programme sicher beherrschen und die Regeln der BIM-Modellierung einhalten. Häufig sind deshalb zusätzliche Schulungen erforderlich.
Gleichzeitig sollten Unternehmen prüfen, ob ihre Hardware und IT-Infrastruktur den steigenden Anforderungen großer BIM-Projekte gewachsen sind. Falls neue Software eingeführt werden muss, sollten Auswahl, Schulung und Einarbeitung ausreichend Zeit im Projektplan erhalten.
5. BIM verändert Zusammenarbeit im Unternehmen
Mit BIM ändern sich viele etablierte Arbeitsabläufe. Informationen müssen innerhalb des Unternehmens und mit externen Projektpartnern wesentlich enger abgestimmt werden als bei klassischen Planungsmethoden. Dafür sind einheitliche Regeln für die Erstellung, Verwaltung und den Austausch von Daten erforderlich.
Gleichzeitig bietet der Umstieg die Chance, bestehende Prozesse kritisch zu überprüfen und gezielt zu verbessern. Bewährte Abläufe sollten jedoch nicht vollständig ersetzt, sondern schrittweise dort angepasst werden, wo es sinnvoll und notwendig ist.
6. Der Einstieg gelingt am besten mit Pilotprojekt
Der eigentliche Umstieg sollte sorgfältig geplant werden. Dazu gehören ein Zeitplan, die Auswahl geeigneter Software, Schulungen und eine klare Aufgabenverteilung.
Für den Einstieg empfiehlt sich ein kleines, überschaubares Pilotprojekt im Rahmen von Little beziehungsweise Closed BIM. Alternativ kann auch ein bereits abgeschlossenes Projekt als Übungsobjekt dienen. Keinesfalls sollte der Betrieb mitten in einem laufenden Projekt auf BIM umsteigen oder den Einstieg mit einem besonders komplexen Bauvorhaben wagen.
Erfahrungen aus den ersten Projekten sollten dokumentiert werden, damit daraus unternehmensweite Standards entstehen können.
7. BIM ist ein langfristiger Veränderungsprozess
Die Einführung von BIM ist kein Projekt, das nach wenigen Wochen abgeschlossen ist. Je nach Unternehmensgröße und Ausgangssituation kann der Umstieg mehrere Monate oder sogar Jahre dauern. Neben der technischen Umsetzung gehören auch kontinuierliche Weiterentwicklung und Erfahrungsaustausch dazu.
Unterstützung bieten Schulungen, Fachveranstaltungen, regionale BIM-Netzwerke oder externe Berater. Unternehmen sollten nach der Entscheidung für BIM konsequent bei der neuen Arbeitsweise bleiben. Wer früh mit der Einführung beginnt und kontinuierlich Erfahrungen sammelt, kann sich langfristig Wettbewerbsvorteile sichern.
Fazit
Eine erfolgreiche BIM-Einführung beginnt lange vor dem ersten Modell. Klare Ziele, gut geschulte Mitarbeiter, geeignete Software und eine schrittweise Umsetzung bilden die Grundlage für den Umstieg. Ebenso wichtig sind realistische Zeitplanung, konsequente Prozessanpassungen und die Bereitschaft, neue Arbeitsweisen dauerhaft zu etablieren.
Quelle: Was Sie bei der Umstellung auf BIM unbedingt beachten müssen
