Fußbodenheizung im Sommer: Flächenkühlung per Wärmepumpe

Die Idee ist technisch naheliegend, wird aber in der Praxis noch selten genutzt: Moderne Wärmepumpen lassen sich vom Heiz- in den Kühlbetrieb umschalten. In Kombination mit einer Fußbodenheizung kann so über die große Bodenfläche dem Raum Wärme entzogen werden – gleichmäßig, leise und ohne die typische Zugluft konventioneller Klimageräte. Das Hamburger Unternehmen Nordwærme, das sich auf das nachträgliche Einfräsen von Fußbodenheizungen in bestehenden Estrich spezialisiert hat, wirbt gezielt mit diesem Doppelnutzen aus Heizen und Kühlen.
So funktioniert die Kühlung mit Wärmepumpe
Das physikalische Prinzip hinter der Flächenkühlung ist simpel: Weil die Bodenfläche im Vergleich zu einem Heizkörper sehr groß ist, genügen bereits geringe Temperaturunterschiede, um eine spürbare Wirkung zu erzielen. Laut Nordwærme liegt die Wassertemperatur im Kühlbetrieb bei etwa 18 bis 20 Grad Celsius. Der Boden entziehe dem Raum dabei langsam und gleichmäßig die stehende Hitze, ohne dass kalte Füße zu befürchten seien. Das Unternehmen vergleicht das Raumgefühl mit dem Aufenthalt in einer schattigen Kirche – angenehm kühl, aber ohne den Erkältungseffekt zugiger Klimaanlagen.
Ein weiterer technischer Vorteil gegenüber klassischen Heizkörpern: An deren vergleichsweise kleinen, kalten Metalloberflächen würde im Kühlbetrieb Luftfeuchtigkeit kondensieren und potenziell Schäden verursachen. Bei der Flächenkühlung über den Boden tritt dieses Problem laut Nordwærme aufgrund der minimalen Temperaturabsenkung nicht auf.
So läuft die Nachrüstung ab – und was sie kostet
Die Installation einer eingefrästen Fußbodenheizung erfolgt in drei Schritten: Zunächst wird der vorhandene Bodenbelag entfernt. Anschließend fräst der Fachbetrieb Kanäle direkt in den bestehenden Estrich, verlegt die Heizrohre und verschließt die Kanäle mit einem Zwei-Komponenten-System. Im letzten Schritt bringt ein Bodenleger einen neuen Belag auf. Laut Nordwærme dauert das gesamte Projekt in der Regel zwei bis drei Wochen.
Die Kosten für die eigentliche Fußbodenheizung beziffert das Unternehmen – je nach Raumgröße und Bodenbeschaffenheit – auf meist 3.000 bis 5.000 Euro. Hinzu kommen die Ausgaben für den Bodenleger sowie gegebenenfalls für den Anschluss an das bestehende Heizsystem, der von regionalen Fachbetrieben übernommen wird. Nordwærme selbst konzentriert sich ausschließlich auf das Einfräsen und Verlegen der Rohre. Wer zusätzlich eine neue Wärmepumpe benötigt, werde laut Unternehmen an spezialisierte Partnerbetriebe aus der Region vermittelt.
Staatliche Förderung: Bis zu 20 Prozent – in Einzelfällen deutlich mehr
Da die Nachrüstung einer Fußbodenheizung die energetische Bilanz eines Gebäudes verbessern kann, sind laut Nordwærme staatliche Zuschüsse möglich. Bei Einzelmaßnahmen würden in der Regel 20 Prozent der Kosten übernommen. Wird das System im Rahmen einer umfassenden energetischen Sanierung gemeinsam mit einer neuen Wärmepumpe installiert, seien Förderquoten von über 50 Prozent erreichbar. Die konkreten Fördersätze hängen allerdings von den individuellen Voraussetzungen und dem jeweiligen Förderprogramm ab.
Auch im Heizbetrieb soll die Fußbodenheizung Vorteile gegenüber herkömmlichen Heizkörpern bieten. „Im Gegensatz zu klassischen Heizkörpern arbeitet die Fußbodenheizung deutlich effizienter", sagt Nordwærme-Mitgründer Sönke Löser. Da Flächenheizungen mit niedrigeren Vorlauftemperaturen auskommen, kann die Wärmepumpe effizienter arbeiten – was den Energieverbrauch im Winter senken soll. Wer bereits über eine moderne Wärmepumpe verfügt, benötige laut Nordwærme häufig nur noch das Verteilersystem im Boden, um die Kühlfunktion im Sommer nutzen zu können.
Über Nordwærme
Nordwærme ist ein spezialisiertes Startup, das sich auf das Nachrüsten von Fußbodenheizungen in Bestandsimmobilien fokussiert. Gegründet 2023, hat das Unternehmen inzwischen 18 Mitarbeiter, an Standorten in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen (Hannover) - arbeitet aber auch weit darüber hinaus. Im Zentrum stehen Investitionssicherheit und generationenübergreifende Haltbarkeit - mit einer Garantiezeit von 30 Jahren auf die Rohrdichtheit setzt Nordwærme dabei neue Standards im Bereich der energetischen Sanierung.
