Praxiserfahrung: So viel Zeit spart ein Fertigverteiler
Der industrielle Anlagenbau steht zunehmend unter Druck: knappe Zeitfenster, komplexe Bestandsanlagen und ein spürbarer Fachkräftemangel erschweren die Umsetzung anspruchsvoller Projekte. Wie vorkonfektionierte Fertigverteiler des Wassertechnologiekonzerns Wilo konkret zur Lösung beitragen können, zeigt ein Projekt bei einem industriellen Produktionsunternehmen im Großraum Ostwestfalen.
Dort wurde der komplette Zentralverteiler der Wärmeversorgung erneuert – bei laufendem Werksbetrieb und mit einem engen Zeitplan. Der verantwortliche Anlagenbauer Koch + Thüner aus Herford berichtet im Gespräch über die Ausgangslage, den Entscheidungsprozess und seine Erfahrungen mit den maßgeschneiderten Fertigverteilern von Wilo.
Herr Koch, bitte stellen Sie sich kurz vor. Welche Rolle hatten Sie bei diesem Sanierungsprojekt?
Ich bin Geschäftsführer der Koch + Thüner GmbH. Unser Fokus liegt auf den Bereichen Heizung, Sanitär, Lüftung und Elektro und wir haben 80 Mitarbeiter. Bei diesem konkreten Projekt galt es, den Zentralverteiler der Wärmeversorgung eines großen Produktionsunternehmens zu sanieren. Ich hatte von unserer Seite aus die Projektleitung. Da wir mit der ersten Grobplanung eines Planerbüros nicht zufrieden waren, sind wir seitens Koch + Thüner gemeinsam mit Wilo selbst in die Ausführungsplanung eingestiegen. Mit den Fertigverteilern von Wilo hatten wir bereits aus anderen Projekten Erfahrung, jedoch bislang nicht in diesem Größenausmaß.
Wie stellte sich die Ausgangslage beim Kunden dar?
Der bestehende Zentralverteiler war technisch defekt und nicht mehr betriebssicher. Da dieser Verteiler das Herzstück der gesamten Wärmeversorgung des Werks darstellt und mehrere Gebäudebereiche sowie Verbraucher versorgt, war klar, dass eine einfache Teilreparatur keine Option ist. Der neue Zentralverteiler wurde mit einer Gesamtlänge von rund 9,6 Metern geplant, zweigeteilt ausgeführt und besteht aus 13 modularen Aufbaugruppen. Allein diese Dimensionen zeigen, dass wir es mit einer hochkomplexen Anlage zu tun hatten, die sauber in die bestehende Infrastruktur integriert werden musste.
Welche besonderen Herausforderungen ergaben sich daraus für den Anlagenbau?
Ganz klar der enge Zeitplan. Wilo und Koch + Thüner sind im Mai in die Ausführungsplanung eingestiegen, im August musste die Wärmeversorgung wieder vollständig laufen. Gleichzeitig waren die Stillstandszeiten der Anlage stark begrenzt, da der Werksbetrieb möglichst wenig beeinträchtigt werden durfte. Hinzu kamen die hohe Komplexität der Anlage und zahlreiche Schnittstellen zur Bestandsinstallation. Vor Ort musste die vorhandene Rohrleitung angepasst werden. Daher haben wir die genauen Maße beim Kunden genommen und mit in die Ausführungsplanung aufgenommen, damit wir so viel wie möglich Vorfertigen konnten und so wenig Anpassungen vor Ort nötig waren.
Es war von Anfang an klar: Eine klassische Vor-Ort-Montage des Verteilers hätte ein hohes Terminrisiko bedeutet.
Warum haben Sie sich für einen Fertigverteiler von Wilo entschieden?
Die Entscheidung fiel aufgrund mehrerer Faktoren. Zum einen hat Wilo ein umfassendes Konzept: von der gemeinsamen Auslegung und Planung über die Erstellung detaillierter technischer Zeichnungen bis hin zur industriellen Fertigung und termingerechten Lieferung. Hinzu kommt die Kostensicherheit: Der Preis für den konfigurierten Fertigverteiler ist bis zur Auslieferung fixiert. Das gibt uns als Anlagenbauer eine enorme Sicherheit in der Kalkulation.
Gab es im Vorfeld Bedenken von Ihnen gegenüber einer so stark vorgefertigten Lösung?
Beim allerersten Fertigverteiler-Auftrag waren wir skeptisch, das gute Ergebnis hat uns jedoch überzeugt und so haben wir in der Vergangenheit bereits mehrere Verteiler-Projekte mit Wilo in ähnlichen Gebäudetypen umgesetzt. Die Größenordnung von über neun Meter war jedoch auch für uns neu.
Durch die enge Abstimmung in der Planungsphase konnten aber alle Schnittstellen sauber geklärt werden. Dadurch hatten wir ein hohes Maß an Sicherheit. Insgesamt war der Prozess sehr strukturiert und partnerschaftlich. Besonders hilfreich war die vollständige Dokumentation, die wir erhalten haben. Diese ermöglichte eine nahtlose Integration des Fertigverteilers in das Gesamtsystem und erleichterte auch die Abstimmung mit anderen Gewerken erheblich.
Wie kam der Fertigverteiler auf die Baustelle – und was bedeutete das für die Montage?
Der Verteiler wurde modular und weitgehend anschlussfertig geliefert. Statt zeitaufwendiger Rohrmontagen, Schweißarbeiten und Anpassungen auf der Baustelle konnten wir uns auf das Aufstellen, Verbinden der Module und die Anbindung an die Bestandsanlage konzentrieren. Diese Plug-&-Pump-Logik reduziert nicht nur den Montageaufwand, sondern auch typische Fehlerquellen, die bei umfangreicher Baustellenmontage entstehen können.
Können Sie den eingesparten Montageaufwand konkret beziffern?
Im Vergleich zur klassischen Vor-Ort-Montage haben wir bei diesem Projekt rund 50 Prozent weniger Montagezeit benötigt – ich habe tatsächlich mehrfach nachgerechnet! Bei unseren Vorprojekten mit Fertigverteilern von Wilo, können wir immerhin rund 30 Prozent Zeitersparnis benennen.
Das entspricht bei jedem Projekt mehreren Bautagen und einer deutlichen Reduzierung der Mannstunden. Gleichzeitig müssen weniger Monteure dauerhaft auf der Baustelle eingesetzt werden, die in dieser Zeit bereits bei weiteren Projekten tätig werden können.
Wie wirkte sich das auf Termine und Kosten aus?
Der enge Zeitplan konnte sicher eingehalten werden. Durch den fixierten Preis gab es keine Überraschungen in der Nachkalkulation.
Auch bei der Inbetriebnahme lief alles reibungslos – Nacharbeiten waren nicht erforderlich.
Ihr Fazit für andere SHK-Betriebe?
Gerade bei komplexen Anlagen und engen Zeitplänen sind Fertigverteiler eine sehr sinnvolle Lösung. Meine Empfehlung lautet: frühzeitig über Vorfertigung nachdenken und den Hersteller eng in die Planung einbinden. Das reduziert Risiken, spart Zeit und sorgt für eine deutlich höhere Planungssicherheit.

