Batterieproduktion in Deutschland erreicht Rekordniveau

Elektromobilität und Speichermarkt treiben das Wachstum. Lithium-Ionen-Batterien legten um 28 Prozent zu. Der Verband der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) fordert Investitionsanreize und praxistauglichere handelspolitische Instrumente.
Die Batterieproduktion in Deutschland erreichte 2025 ein neues Allzeithoch. Über alle Batteriechemien hinweg wuchs die Produktion um 11 Prozent auf 8,1 Milliarden Euro. Lithium-Ionen-Batterien legten besonders deutlich zu: Ihre Produktion stieg um 28 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro. Den Aufschwung treiben der Hochlauf der Elektromobilität und die Nachfrage im Speichermarkt. Beide Trends dürften das Wachstum 2026 fortsetzen.
Markt nähert sich Rekordniveau von 2023
Der deutsche Batteriemarkt – berechnet aus Produktion plus Import minus Export – erreichte 2025 ein Volumen von 22,4 Milliarden Euro. Damit liegt er nur knapp unter dem bisherigen Rekordjahr 2023 mit 24,3 Milliarden Euro. Gegenüber dem schwachen Jahr 2024 entspricht das einem Plus von rund 9 Prozent. Das Wachstum geht vor allem auf Lithium-Ionen-Batterien zurück.
„Die Versorgung mit Batterien ist aktuell nicht gefährdet, wohl aber die Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz des Batterieökosystems in Deutschland und Europa“, sagt Dr. Christian Rosenkranz, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Batterien und Geschäftsführer Clarios Germany. „Wir müssen Abhängigkeiten reduzieren und unsere Wettbewerbsfähigkeit stärken: Dafür braucht es auch Investitionsanreize. Außerdem müssen handelspolitische Instrumente wie Anti-Dumping-Maßnahmen praxistauglicher werden, damit wir uns wirksam vor unfairen Handels- und Subventionspraktiken schützen können.“
Importe aus China legen deutlich zu
China bleibt mit einem Volumen von rund 11 Milliarden Euro (+ 25 Prozent) der Hauptlieferant von Batterien nach Deutschland. Die Importe aus anderen europäischen Ländern gingen dagegen um 11 Prozent zurück. Innerhalb Europas führt Ungarn die Lieferantenliste mit 3,5 Milliarden Euro an. Insgesamt importierte Deutschland 2025 Batterien im Wert von rund 22 Milliarden Euro (+ 4 Prozent).
Die Exporte fielen mit 7,8 Milliarden Euro deutlich geringer aus und sanken leicht um 2,5 Prozent. Hauptabnehmer bleibt Europa mit knapp 70 Prozent, gefolgt von Amerika (14 Prozent) und Asien (12 Prozent). Die Ausfuhren nach Asien brachen um 34 Prozent ein.
Lithium-Ionen-Lieferketten bleiben Schwachstelle
Bei Bleibatterien ist Europa resilient aufgestellt, bei Lithium-Ionen-Batterien besteht eine hohe Abhängigkeit von asiatischen Lieferketten. „Wenn diese unterbrochen werden oder einzelne Regionen ihre Exporte kurzfristig komplett einstellen, wird klar, wie verletzlich wir sind, insbesondere in kritischen Sektoren wie der Verteidigung oder bei Rechenzentren“, sagt Gunther Kellermann, Geschäftsführer des ZVEI-Fachverbands Batterien.
Die Branche unterstützt das Ziel des europäischen Net Zero Industry Act, bis 2030 mindestens 40 Prozent des jährlichen Bedarfs an Batteriezellen aus eigener Produktion zu decken. Positiv bewertet sie auch die Stärkung der Batterieforschungsförderung im Rahmen der Hightech Agenda der Bundesregierung.
Branche fordert verlässliche Rahmenbedingungen
Ohne Planungssicherheit entstehe daraus jedoch keine industrielle Wertschöpfung. „Statt punktueller Kaufprämien brauchen wir verlässlich niedrigere Strompreise für alle und flexible Energiemodelle, die Speichertechnologien einbeziehen“, fordert Kellermann. Mit Blick auf die wachsende Abhängigkeit von außereuropäischer Produktion sei entschlossenes Handeln nötig: „Die Batterieindustrie steht am Scheideweg: Wenn es jetzt nicht gelingt, gute Rahmenbedingungen und einen fairen Wettbewerb zu schaffen, sowie eine Strategie für unser Batterieökosystem zu entwickeln, könnten wir die industrielle Batterieproduktion auf dem europäischen Kontinent unwiederbringlich verlieren.“
