Extremwetter: PV-Anlagen im Sommer schützen

Während Photovoltaikanlagen im Sommer ihre höchsten Stromerträge erzielen, sind sie gleichzeitig den größten Witterungsbelastungen ausgesetzt. Gewitter mit Hagel, Sturmböen, intensive Sonneneinstrahlung und Starkregen treten häufig innerhalb kurzer Zeit auf. Besonders nach den Wintermonaten empfiehlt sich deshalb eine gründliche Sicht- und Funktionsprüfung, bevor die Saison mit den höchsten Erträgen beginnt.
Die regelmäßige Kontrolle hilft nicht nur dabei, Ertragseinbußen frühzeitig zu erkennen. Sie kann auch verhindern, dass kleine Schäden durch Extremwetter zu kostspieligen Reparaturen werden.
Hagel: Module und Dach rechtzeitig schützen
Zu den größten Risiken im Sommer zählt Hagel. Besonders Dächer, Fassaden und Solarmodule sind betroffen. Bereits größere Hagelkörner können Module beschädigen oder ihre Leistung dauerhaft beeinträchtigen.
Langfristig empfiehlt sich deshalb der Einsatz von Solarmodulen mit entsprechender Hagelwiderstandsklasse. Ebenso wichtig ist die regelmäßige Kontrolle des Daches. Lockere Dachziegel oder beschädigte Dachbereiche sollten frühzeitig instandgesetzt werden. Regenrinnen und Abläufe müssen frei bleiben, damit Schmelz- und Regenwasser zuverlässig abfließen können.
Nach einem Hagelereignis sollten Betreiber die Anlage sorgfältig auf sichtbare Schäden überprüfen und diese dokumentieren. Fotos erleichtern im Schadensfall die Abwicklung mit der Versicherung.
Sturm: Die Unterkonstruktion entscheidet
Bei Dachanlagen stellt Wind häufig die größere Herausforderung dar als Regen. Entscheidend ist, dass die Photovoltaikanlage entsprechend der geltenden Windlasten geplant und montiert wurde.
Eine fachgerechte Tragwerksplanung sowie die Einhaltung der geltenden Normen bilden die Grundlage für die Standsicherheit. Ebenso wichtig ist eine sorgfältige Montage. Selbst eine korrekt ausgelegte Anlage kann an Stabilität verlieren, wenn während der Installation improvisiert oder Bauteile verändert werden.
Im Rahmen der regelmäßigen Wartung sollten deshalb nicht nur Module und elektrische Komponenten kontrolliert werden. Auch Schraubverbindungen, Stecker und die Unterkonstruktion verdienen besondere Aufmerksamkeit. Bewegungen oder Setzungen lassen sich so frühzeitig erkennen.
Hitze belastet auch die Technik
Hohe Außentemperaturen bedeuten nicht automatisch höhere Erträge. Verschmutzte Module oder technische Mängel können die Leistungsfähigkeit zusätzlich beeinträchtigen.
Eine Reinigung der Module kann sinnvoll sein, wenn sich starke Schmutzschichten gebildet haben. Sie sollte jedoch ausschließlich durch Fachbetriebe erfolgen. Unsachgemäße Reinigungsmethoden oder kaltes Wasser auf stark erhitzten Modulen können Schäden verursachen und unter Umständen Garantieansprüche gefährden.
Zur Sommerwartung gehört außerdem die Kontrolle des Wechselrichters, der elektrischen Anschlüsse sowie – sofern vorhanden – des Batteriespeichers. Auch Referenzsensoren, Anschlussdosen sowie Steckverbindungen sollten überprüft werden.
Blitz- und Überspannungsschutz nicht vergessen
Sommergewitter bringen neben Hagel häufig auch Blitzeinschläge und Überspannungen mit sich. Zwar erhöht eine Photovoltaikanlage das Einschlagrisiko eines Gebäudes nicht grundsätzlich. Kommt es jedoch zu einem Blitzeinschlag oder zu Überspannungen, können Module, Wechselrichter und weitere elektrische Komponenten erheblich beschädigt werden.
Normgerechte Blitzschutzsysteme in Verbindung mit passend ausgelegten Überspannungsschutzgeräten schützen die Anlage zuverlässig vor direkten und indirekten Auswirkungen von Blitzen. Welche Schutzmaßnahmen erforderlich sind, richtet sich unter anderem danach, ob ein externes Blitzschutzsystem vorhanden ist und wie die Anlage aufgebaut wurde.
Wartung schafft Sicherheit
Der beste Schutz vor sommerlichen Extremwetterereignissen beginnt nicht erst mit der Wetterwarnung. Wir empfehlen eine regelmäßige Inspektion der gesamten Anlage mindestens einmal jährlich.
Neben der Sichtprüfung gehören dazu die Kontrolle der elektrischen Kennwerte, des Blitz- und Überspannungsschutzes sowie der Unterkonstruktion. Auch mögliche Schäden durch Tiere, lockere Kabel oder Feuchtigkeit an Steckverbindungen sollten überprüft werden. Sämtliche Ergebnisse sollten in der Anlagendokumentation festgehalten werden. Dadurch lassen sich Veränderungen über die Betriebsjahre nachvollziehen und wiederkehrende Schwachstellen frühzeitig erkennen.
Checkliste: So kommt die PV-Anlage sicher durch den Sommer
Vor der Saison:
- Anlage durch einen Fachbetrieb prüfen lassen
- Module, Unterkonstruktion, Schrauben und Steckverbindungen kontrollieren
- Regenrinnen und Dachabläufe reinigen
- Verschmutzte Module bei Bedarf professionell reinigen lassen
- Blitz- und Überspannungsschutz überprüfen
Bei Unwetterwarnungen:
- Wetterwarnungen verfolgen
- Nach Sturm oder Hagel eine Sichtprüfung durchführen
- Schäden fotografisch dokumentieren und der Versicherung melden
Langfristig:
- Auf normgerechte Planung und fachgerechte Montage achten
- Hagelresistente Module und geeignete Dachmaterialien einsetzen
- Regelmäßige Wartung und Dokumentation der Anlage durchführen.

