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KRITIS und Photovoltaik: Ist der Ausschluss chinesischer Hardware wirklich zielführend?

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China verbannen – schießen wir nicht wieder über das Ziel hinaus?

Dass es nicht ratsam ist, Photovoltaik-Anlagen und andere Energieerzeuger offen und ohne Sicherheitsvorkehrungen über das Internet zu überwachen und zu steuern, ist uns allen schon lange klar. Andererseits müssen diese Erzeuger - wie auch große Verbraucher - innerhalb der Netzinfrastruktur im Sinne der Netzstabilität zunehmend regel- und zur Not abschaltbar sein, auch das dürfte Konsens sein. Allein die Maßnahmen, die zum Thema Cybersecurity und Schutz der kritischen Infrastruktur, abgekürzt KRITIS, zu ergreifen sind, sollten nicht vorschnell, sondern nach reiflicher Überlegung und fach- und sachdienlicher Prüfung festgelegt werden.

Zunächst aber ein Blick auf die Preisentwicklung der Komponenten einer Photovoltaik-Anlage, die noch nicht im Fokus von Datenschützern und Cyberkriminalität stehen, zumindest solange keine abschaltbaren Moduloptimierer an einem ungeschützten Gateway im Spiel sind.

Solarmodule: Die Preise steigen immer noch

Nach wie vor klettern die Preise von Solarmodulen in beinahe allen Kategorien jeden Monat ein paar Prozentpunkte nach oben, so auch im Mai wieder. Insbesondere sind hier die hohen Leistungsklassen betroffen, deren Produktionsoutput begrenzt scheint. Vielleicht hat man sich auch zu viel versprochen von der Effizienzsteigerung durch neue Zellformate und -technologien. Der Kunde erwartet nun im Dachsegment Leistungen nahe der 500-Watt-Grenze. Diese Produkte sind aber nicht in beliebiger Menge verfügbar. Den Rest regeln Angebot und Nachfrage – die Preise für hocheffiziente Module steigen. Mittlerweile haben sie das Niveau, welches ich im Januar bereits prognostiziert hatte, sogar übertroffen – wenngleich einen Monat später als erwartet.

Man fragt sich nun, wie lange das Spiel noch weitergehen kann. Die Nachfrage zumindest in Deutschland geht gegenüber dem Vormonat bereits zurück und liegt insgesamt in den ersten 4 Monaten des Jahres etwa 12 Prozent unter der Nachfrage im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Nun ist Deutschland schon lange nicht mehr ausschlaggebend für die Preisentwicklung von Solartechnik im internationalen Umfeld. Ob sich der Trend noch bis weit in den Sommer hält oder bald umkehrt, hängt maßgeblich von der Entwicklung an den internationalen Krisenherden und der damit verbundenen Energiepreissteigerung ab. Entspannt sich die Lage dort, entspannen sich auch die Produktions- und Transportpreise.

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