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Smart-Meter-Rollout: Zähler ohne Anschluss

Niels H. Petersen
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Nur knapp vier Prozent aller Haushalte hierzulande besitzen laut Bundesnetzagentur derzeit einen Smart Meter. Das sind rund zwei Millionen von knapp 54 Millionen Messlokationen. Der Smart Meter ist jedoch Voraussetzung, um den Stromverbrauch im Viertelstundentakt zu erfassen und die Messwerte zeitnah zu versenden. Gleichzeitig haben europaweit zahlreiche Länder ihre Haushalte längst zu über 90 Prozent ausgestattet. „Der Smart-Meter-Rollout ist hierzulande viel zu langsam, zu teuer, und oft genug führt er leider nicht mal zur erhofften Digitalisierung“, resümiert Robert Busch, Geschäftsführer des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft (BNE).

Rollout rollt viel zu langsam

Warum ist das so? In Deutschland gibt es einen Pflichtrollout und einen freiwilligen Messmarkt. Der Pflichtrollout wird ausschließlich von den grundzuständigen Messstellenbetreibern übernommen und betrifft Messstellen mit hohem Stromverbrauch und Messstellen mit modernen Verbrauchsanlagen, wie Wärmepumpen oder Klimaanlagen, Ladesäulen und Batteriespeichern. Der Vorteil für Verbraucher, die unter den Pflichtrollout fallen, ist die Preisobergrenze, denn dann zahlen sie für ihre Smart Meter rund 100 Euro im Jahr. Die restlichen Kosten werden über die Netzentgelte auf alle Stromkunden in Deutschland umgelegt.

Dynamische Tarife nur mit Smart Meter

Die dafür zuständigen grundzuständigen Messstellenbetreiber sind entweder sehr groß und verbauen bereits intelligente Zähler oder kleine Stadtwerke. Die großen haben in einigen Netzgebieten bereits über ein Fünftel der Pflichteinbauten mit Smart Metern ausgestattet. Viele kleinere Stadtwerke jedoch tun sich schwer – 200 von ihnen haben noch keinen einzigen Smart Meter verbaut, berichtet der BNE.

Um von dynamischen Tarifen zu profitieren oder selbst produzierten Strom via Direktvermarktung zu verkaufen, muss man deshalb warten, bis man an der Reihe ist. Je nach Postleitzahl dauert das sehr lange oder kommt gar nicht. Der Gesetzgeber sagt, dass man nach Verlangen des Einbaus innerhalb von vier Monaten einen Smart Meter bekommen soll, die Erfahrungen aus der Wirklichkeit sehen anders aus.

Zum Vergleich: In Dänemark kostet ein Smart Meter 15 Euro. „Davon können Kunden in Deutschland nur träumen“, sagt Busch. Wer nicht unter den Pflichtrollout fällt, muss noch tiefer ins Portemonnaie greifen. Die Installation kostet im Durchschnitt knapp 200 Euro und der jährliche Betrieb weitere 100 Euro. Man kann für den Einbau auch einen wettbewerblichen Messstellenbetreiber beauftragen und erhält so den Smart Meter zumindest deutlich schneller. Weil Deutschland hohe Ansprüche an die Cybersicherheit der Smart Meter stellt, mussten die Hersteller sowohl sich als auch die Hard- sowie zusätzlich die Software zertifizieren lassen. Das hat lange gedauert und war teuer – und diese Kosten werden auf alle umgelegt.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ein Smart Meter ist ein intelligentes Messsystem, das den Stromverbrauch im Viertelstundentakt erfasst und die Daten zeitnah übermittelt. Es ist Voraussetzung für digitale Anwendungen wie dynamische Stromtarife und die Steuerung von Energieverbrauch.
Der Rollout ist zu teuer, zu komplex und durch hohe Sicherheitsanforderungen verzögert. Zudem gibt es viele kleine Messstellenbetreiber, die den Ausbau erschweren. Auch technische Probleme und fehlende Interoperabilität bremsen die Umsetzung.
Im Pflichtrollout zahlen Verbraucher etwa 100 Euro pro Jahr. Wer nicht darunter fällt, muss rund 200 Euro für die Installation und zusätzlich etwa 100 Euro jährlich für den Betrieb zahlen.
Ein Smart Meter gilt bereits als installiert, wenn er im Zählerschrank hängt. Eine funktionierende Verbindung zum Netzbetreiber ist nicht erforderlich. Deshalb liefern viele Geräte keine Daten.
Smart Meter sind zentrale Voraussetzung für die Nutzung erneuerbarer Energien im Gebäude. Sie ermöglichen die Abstimmung von Stromerzeugung und -verbrauch in Echtzeit und sind wichtig für Mieterstrommodelle und flexible Stromnutzung.

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