Auto-Leasing mit Gehaltsumwandlung als Mitarbeiter-Benefit

Jobrad ist ein bekannter Mitarbeiterbenefit, den mittlerweile viele Unternehmen anbieten: Der oder die Angestellte sucht sich das Wunschfahrrad aus, der Arbeitgeber least das Rad als Dienstrad, wobei der Mitarbeiter die Leasingraten zahlt - per Gehaltsumwandlung. Nach drei Jahren kann das Rad oft günstig übernommen werden. Nun gibt es diesen Service auch für Pkw unter dem Namen Jobcar oder Jobauto. Was ist anders? Was ähnlich? Und für wen lohnt es sich überhaupt?
Wie funktioniert das Dienstwagen-Leasing per Gehaltsumwandlung?
Das Dienstwagen-Leasing per Gehaltsumwandlung ist ein Mobilitätsmodell für alle Beschäftigte, quasi "Dienstwagen für alle". Der Unterschied zum klassischen Dienstwagen: Mitarbeiter benötigen dafür keinen klassischen Dienstwagenanspruch.
Der zentrale Mechanismus ist die Entgeltumwandlung: Der Arbeitgeber zahlt die Leasing-Raten an die Leasing-Firma, zieht den Betrag aber gleichzeitig vom Bruttogehalt des Mitarbeiters ab. Es läuft ab wie ein klassisches Auto-Abo, nur, dass der Arbeitgeber dazwischengeschaltet ist und auf die Leasing-Raten keine Steuer gezahlt wird.
Beschäftigte registrieren sich über das Unternehmen, mit dem der Arbeitgeber zusammenarbeitet. Sie wählen ein Fahrzeug aus einer vorgegebenen Auswahl und geben die Bestellung online auf. Die weitere Abwicklung übernimmt der Anbieter. Für Arbeitgeber beginnt der Ablauf mit einer Anfrage und einem Vertrag, über den das Unternehmen Leasingnehmer wird.
Einige Anbieter bieten zugleich eine Full-Service-Fuhrparkverwaltung an. Dazu zählen Leistungen wie Wartung, Reifen, Versicherung, Schadenmanagement, sodass ein Großteil der Kosten planbar wird.
Warum wird Jobcar mit Jobrad verglichen?
Der Vergleich mit Jobrad liegt nahe, weil beide Modelle nach demselben Grundmuster funktionieren: Der Arbeitgeber stellt ein Mobilitätsangebot bereit, die Beschäftigten nutzen es privat und beruflich, und die Finanzierung läuft über eine Gehaltsumwandlung. Jobrad hat dieses Prinzip im Fahrradmarkt populär gemacht und spricht selbst von einer "Lösung, die Fahrradleasing, digitale Verwaltung und Mobilität für Unternehmen zusammenführt".
Der Unterschied liegt vor allem im Verkehrsmittel und in der Komplexität. Bei Jobrad geht es um Fahrräder und E-Bikes, bei Jobcar um Pkw, vielfach um Elektrofahrzeuge oder Hybridmodelle. Während das Dienstrad vor allem als Gesundheits-, Umwelt- und Pendelmodell wahrgenommen wird, zielt Jobcar stärker auf den klassischen, alltäglichen Pkw-Bedarf von Mitarbeitenden ab, etwa bei längeren Arbeitswegen, Außendienst oder familiengerechter Mobilität. Für Betriebe kann Jobcar deshalb eine Ergänzung zum bestehenden Dienstwagen- oder Mobilitätsbudget sein.
Welche Anbieter gibt es?
Zu den Anbietern eines solchen Mitarbeiter-Goodies zählen beispielsweise Autohäuser oder auch Anbieter von Flottenlösungen. Einige Beispiele sind:
- Jobcar von Flotte Eins
- Jobauto von Finn
- Jobcar von AMS
- Deutsche Leasing "Motivationsleasing"
- Instadrive
- Sixt Business
- Vimcar
- Navit
- Ayvens Deutschland
Jobcar ist also keine einheitliche Marke mit einem deutschlandweiten Standard, sondern eine Service-Bezeichnung für unterschiedliche Flottenmodelle. Diese unterscheiden sich etwa in der Verfügbarkeit einzelner Modelle sowie den Service-Leistungen, die im Paket enthalten sind.
Wer zahlt Kfz-Steuern, Versicherung und Werkstattkosten?
Die Autoversicherung ist bei vielen Jobcar-Angeboten Bestandteil des Full-Service-Pakets oder wird über den Anbieter organisiert. Anders als beim privaten Autokauf muss die versicherte Person die Police also in der Regel nicht selbst separat abschließen, sondern nutzt die vom Modell vorgegebene Absicherung. Das ist vergleichbar mit Dienstrad-Modellen, bei denen Versicherung und Service ebenfalls häufig mit im Paket sind.
Die Kfz-Steuer wird bei Jobcar-Modellen in der Regel ebenfalls nicht vom Mitarbeitenden direkt bezahlt wie bei einem Privatwagen, sondern ist Teil der Gesamtkosten des Fahrzeugs und damit je nach Vertragsmodell über die Leasingrate abgedeckt. Entscheidend ist also weniger, wer den Steuerbescheid formal erhält, sondern wie die Kosten in das Vertrags- und Abrechnungsmodell eingepreist sind.
Viele Reparaturkosten sind ebenfalls oft im Servicepaket enthalten, vor allem bei Full-Service- oder Abo-Modellen. Dazu zählen häufig Wartung, Verschleiß, Reifenservice und Schadenmanagement. Nur bei Schäden, die außerhalb des vereinbarten Leistungsumfangs können Selbstbeteiligungen anfallen. Es handelt sich hierbei also um eine Form des Auto-Abos.
Wer ein solches in Betracht zieht, sollte daher genau prüfen, welche Reparaturarten durch die monatliche Rate gedeckt sind und ob bei Unfall, Verschleiß oder normalen Werkstattarbeiten unterschiedliche Regeln gelten.
Welche steuerlichen Vorteile hat das Modell?
Für Arbeitnehmende hat Jobcar den Vorteil, dass die Leasing-Raten direkt vom Bruttoarbeitslohn bezahlt werden. Das heißt, sie sind zunächst einmal steuer- und sozialabgabenfrei.
Hinzugerechnet wird nachher allerdings der geldwerte Vorteil, den ein solches Mitarbeiter-Goodie bedeutet. Bei klassischen Verbrennern sind das pauschal 1 Prozent des Listenpreises pro Monat, bei Elektroautos nur 0,25 Prozent für Modelle unter 100.000 Euro, bei Hybriden schlägt der geldwerte Vorteil mit 0,5 Prozent zu Buche.
Darüber hinaus kommt noch eine Pauschale pro Entfernungskilometer zur Arbeitsstätte hinzu. Bei Verbrennern sind das 0,03 Prozent, bei Elektroautos sind das 0,0075 Prozent.
Beim Modell in Form von Rentsharing (zum Beispiel bei AMS und Finn) wird dieser geldwerte Vorteil, auch Sachbezug oder Privatnutzung genannt, vom Mitarbeiter selbst an das Leasing-Unternehmen gezahlt, da das Fahrzeug beim Arbeitgeber selbst nicht als Firmenwagen erfasst wird, es sich also nicht um eine klassische Fahrzeugüberlassung handelt.
Wann lohnt sich für Mitarbeitende das Modell Jobcar - und wann nicht?
Arbeitnehmer sollten abwägen, ob die Hinzurechnungen von Sachbezug und Entfernungspauschale die Einsparungen bei Steuer und Sozaiabgaben nicht übersteigen. In einem solchen Fall lohnt sich das Modell nämlich nicht. Dann kann dasselbe privat abgeschlossene Auto-Abo die bessere Alternative zum Dienstwagen-Leasing per Gehaltsumwandlung sein. Zwar gibt es dann keine Steuer- und Sozialversicherungsersparnis, dafür aber auch keine Hinzurechnungen.
Aufgrund er niedrigen Hinzurechnungen bei Elektrofahrzeugen lohnen diese sich tendenziell eher - vor allem je höher das eigene Gehalt ist. Denn dann ist die Steuer- und Sozialabgabenersparnis besonders hoch, während der Sachbezug geringer bleibt.
Aber Vorsicht: Viele Anbieter bieten nur eine bestimmte inklusive Kilometeranzahl beim günstigsten Abopreis - etwa 500 Inklusivkilometer pro Monat bei Finn. Mehr Kilometer lassen sich die Anbieter zusätzlich bezahlen. Wer lange Anfahrtswege zur Arbeit hat, für den kann der Aufschlag extrem teuer werden. So berechnet Finn für monatliche 2.000 Inklusivkilometer einen Aufpreis von 169 Euro beim Kona Electric. Wer täglich 50 Kilometer zur Arbeit hin und wieder zurück pendelt, hat diese 2.000 Kilometer im Monat schnell auf der Uhr.
Ob ein Firmenwagen-Leasing per Gehaltsumwandlung vorteilhafter ist als ein privater Kauf eines Autos, ist dagegen eine sehr individuelle Berechnung. Hier spielen Kfz-Steuer und -Versicherung sowie Reparaturkosten wieder eine Rolle, die bei Jobcar-Modellen oft über die monatliche Pauschale abgegolten werden.
Wann lohnt sich für Arbeitgeber das Modell Jobcar?
Für Betriebe ist das Modell attraktiv, wenn es möglichst wenig zusätzlichen Aufwand bringt. Reine Benefitmodelle, wie es auch Finn bewirbt, sind für Arbeitgeber weitgehend kostenneutral. Der zusätzliche Aufwand besteht in der Überweisung der Abo-Raten und dem Abbuchen des Betrags vom Bruttoentgelt des Arbeitnehmers. Im Gegenzug bringt es einen Imagegewinn bei der Suche nach neuen Mitarbeitern sowie einen Benefit bei der Mitarbeiterbindung.

