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Appell zur EEG-Novelle: Energiewende braucht einen Innovationsschub

Sieben führende Unternehmen der Elektro-, Klima- und Solar-Branche appellieren an die Bundesregierung und das Parlament, das enorme Potenzial der deutschen Energiewende jetzt zu steigern. Die anstehende Novelle zur Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) biete Gelegenheit zu einem großen Innovationsschub. 

„Bis 2030 sollen 65 Prozent der elektrischen Energie aus erneuerbaren Quellen gewonnen werden. Wenn der Gesetzgeber jetzt die richtigen Weichen für Klimaschutz und Marktwirtschaft stellt, kommen wir dem Klimaziel der Bundesregierung schneller näher", erklärt stellvertretend für die sieben Unternehmen Daniel Hager, der Vorstandsvorsitzende der Hager Group. "Wir unterstützen dieses Vorgehen und werden darüber in den nächsten Wochen auch mit Vertretern der Politik diskutieren.“

Deutschland könnte führend werden

Tatsächlich gibt es dringenden Handlungsbedarf für den Gesetzgeber. Ab Ende des Jahres fallen die ersten 10.000 Photovoltaik-Anlagen aus der staatlichen Förderung. Die betroffenen Haushalte haben dann keine wirtschaftliche Möglichkeit mehr, ihren sauberen Strom aus längst finanzierten Anlagen in die Netze zu speisen. Innerhalb von fünf Jahren fallen fast 130.000 Anlagen aus der Förderung – mit einer Gesamtleistung von einem Gigawatt, bis zum Ende des Jahrzehnts sogar zehn Gigawatt.  

Die in ihren Segmenten als Weltmarktführer geltenden Industrieunternehmen Hager Group, Mennekes, SMA Solar Technology AG und Viessmann setzen sich für einen volkswirtschaftlich sinnvollen und für Anlagenbesitzer attraktiven weiteren Betrieb der Solaranlagen ein. Die Industrieunternehmen werden in ihrem Aufruf von drei Unternehmen des Elektrohandwerks unterstützt: Bürkle + Schöck, Venn und Joost sowie vom Präsidenten des Zentralverbandes des Elektrohandwerks, Lothar Hellmann

„Wir legen jetzt den Grundstein für neue Märkte in der dezentralen Energieversorgung. Deutschland kann hier führend werden. Dafür müssen wir das Potenzial der Bürgerenergiewende entfesseln und konsequent auf Sektorkopplung setzen, indem wir Prosumer hinsichtlich der eigenen Energieerzeugung sowie auch des Energiemanagements endlich von bürokratischen Lasten befreien und sie klug in die Energienetze und -märkte einbinden“, fordert ZVEH-Präsident Lothar Hellmann, der auch Geschäftsführer der Elektro Venn GmbH ist. 

Das Energiesystem der Zukunft ist dezentral

Deutschland deckt bereits heute rund 50 Prozent seines Strombedarfs aus erneuerbaren Quellen. Zwei Millionen Photovoltaik-Anlagen auf Privathäusern sind zu Deutschlands größtem Stromkraftwerk geworden. „Diese dezentrale Form der Energieerzeugung hat nicht nur die Klimabilanz verbessert, sondern vor Ort für Engagement und Beteiligung privater Haushalte und Investoren gesorgt. Das hat zu einer hohen Akzeptanz der Energiewende in der Bevölkerung entscheidend beigetragen,“ erläutert Maximilian Viessmann, Co-CEO des gleichnamigen Herstellers von Klima- und Energielösungen mit Blick auf die große Bedeutung des Wärmemarktes. „Wenn wir das Energiesystem der Zukunft dezentral ausrichten und der private Erzeuger einen hohen Stellenwert in den Planungen erhält, schaffen wir Effizienz, Ressourcenschonung und anhaltende Akzeptanz.“

Großes Potenzial sehen die Unternehmen insbesondere in der Kombination von Photovoltaik-Anlagen mit Energiespeichern und Energiemanagementsystemen, mit der Ladeinfrastruktur für E-Autos sowie der strombasierten Wärmeerzeugung. „Eine Verknüpfung von Mobilität, Wärme, Solar, Speichern und intelligentem Systemmanagement kann eine zukunftstaugliche und sektorübergreifende Energielandschaft schaffen“, erklärt Christopher Mennekes, Chef des gleichnamigen Herstellers von Industriesteckvorrichtungen und Elektromobilität. 

„Ein dezentrales, digital vernetztes System aus Erneuerbaren Energien bietet die besten Chancen für Nachhaltigkeit und Klimaschutz, Wettbewerbsfähigkeit und Systemoptimierung“, unterstreicht auch Jürgen Reinert als Vorstandsvorsitzender des Solartechnikherstellers SMA. 

 Als besonders entscheidend sehen die sieben Unternehmen folgende Aspekte an:

  1. Jeder solle künftig seine selbst erzeugte Elektrizität verbrauchen, speichern und vermarkten können. Dafür seien eine unbürokratische Systemintegration, Anreize für intelligente Managementsysteme und Konzepte für eine praktikable Direktvermarktung notwendig. 
  2. Weitgehende Abgaben- und Umlagefreiheit für selbsterzeugten und selbstverbrauchten Strom seien der notwendige Anreiz für Investitionen der Bürger.  
  3. Alle Beteiligten müssten vernetzter denken und handeln. Selbst erzeugter Strom solle gebäudeübergreifend genutzt und Energie zwischen den Sektoren Strom, Wärme, Gebäude und Mobilität verschoben werden dürfen. Hier sei der Abbau regulatorischer Hemmnisse überfällig.  
  4. Betreiber flexibler Verbraucher wie E-Autos, Heimspeicher und Wärmepumpen sollten über preisliche Anreize motiviert werden, die Stromnutzung in Zeiten geringerer Netzauslastung zu verlagern. Damit könne eine optimale Auslastung der bestehenden Netzinfrastruktur gesteuert werden.  

 Die sieben Unternehmen kritisieren, dass der Gesetzesvorschlag bisher weniger auf Anreize und mehr auf Kontrolle, Abschaltung und Drosselung der Ladevorgänge durch den Netzbetreiber setze. Das sei aus Kundensicht höchst unattraktiv und gefährde den Hochlauf der E-Mobilität. „Wir brauchen dagegen jetzt einen Innovationsschub, der den Weg frei macht für mehr Erneuerbare Energien beim Stromverbrauch und für eine Senkung des CO2-Ausstoßes“, fordert Daniel Hager. „Ein solcher Innovationsschub erschließt auch neue Zukunftsmärkte für die deutsche Industrie und schafft hochwertige Arbeitsplätze in Industrie und Handwerk.“ 

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