Gründach, Kiesdach oder PV: Welche Flachdachnutzung passt wann?
Flachdächer sind mehr als nur Gebäudeabschluss. Sie können begrünt, bekiest oder mit einer Photovoltaikanlagen bebaut werden – oder alles kombiniert. Doch welche Nutzung passt zu welchem Gebäude? Dieser Beitrag vergleicht die drei häufigsten Varianten und zeigt, welche Faktoren bei der Entscheidung eine Rolle spielen.
Variante 1: Kiesdach (Extensiver Oberflächenschutz)
Aufbau und Funktionsweise
Das Kiesdach ist die klassische und wirtschaftlichste Form des Oberflächenschutzes auf Flachdächern. Der Aufbau ist vergleichsweise einfach: Auf die fertige Dachabdichtung wird eine Trennlage aus Vlies aufgebracht, die mechanische Beschädigungen verhindert. Darauf folgt eine Schicht aus Rundkies oder Splitt, typischerweise in einer Körnung von 16/32 mm und einer Schichtdicke von 5–8 cm, abhängig von der Windlastberechnung.
Die Kiesschicht erfüllt mehrere Funktionen gleichzeitig. Sie schützt die darunterliegende Abdichtung vor UV-Strahlung, die bei ungeschützten Bitumen- oder Kunststoffbahnen langfristig zur Versprödung führen würde. Gleichzeitig dient der Kies als Auflast, die das Abheben der Abdichtungsbahnen bei Windsog verhindert – besonders wichtig an Dachrändern und Ecken, wo die Sogkräfte am höchsten sind.

