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Weniger Menschen arbeiten, aber die Arbeitszeit steigt

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Die Zahl der Erwerbstätigen sank im ersten Quartal 2026 um 160.000 auf 45,64 Millionen Personen. Gleichzeitig erhöhte sich die Arbeitszeit pro Erwerbstätigen gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,3 Prozent auf 344,2 Stunden. Die Stundenproduktivität stieg im selben Zeitraum um 0,5 Prozent. Das bestätigt die veröffentlichte Arbeitszeitrechnung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Beschäftigung verschiebt sich 

Die Zahl der Teilzeitbeschäftigten erhöhte sich im ersten Quartal 2026 um 0,9 Prozent. Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten sank dagegen um 1,0 Prozent. Die Teilzeitquote legte gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,4 Prozentpunkte auf 40,1 Prozent zu. Damit überschritt sie in einem ersten Quartal erstmals die 40-Prozent-Marke.

Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs „Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen“, erklärt: „Weniger Erwerbstätige arbeiten mehr. 270.000 Vollzeitjobs sind verloren gegangen und dafür nur 150.000 Teilzeitjobs dazugekommen. Aber in Teilzeit wird immer länger gearbeitet, Minijobs gehen weiter zurück“.

Die Verschiebung zeigt sich auch in der tariflichen beziehungsweise betriebsüblichen Wochenarbeitszeit. Über alle beschäftigten Arbeitnehmenden hinweg stieg sie minimal gegenüber dem Vorjahresquartal und lag bei 30,42 Stunden.

Wochenarbeitszeit zieht an

Bei Vollzeitbeschäftigten blieb die tarifliche beziehungsweise betriebsübliche Wochenarbeitszeit mit 38,15 Stunden nahezu konstant. Bei Teilzeitbeschäftigten stieg sie um 0,3 Stunden auf 18,88 Stunden an. Auch die Arbeitszeit pro Erwerbstätigen nahm im Vergleich zum Vorjahresquartal zu. Sie erreichte im ersten Quartal 2026 344,2 Stunden. Gegenüber dem Vorquartal sank sie saison- und kalenderbereinigt jedoch um 0,2 Prozent.

Die Arbeitszeitrechnung verbindet damit zwei Entwicklungen: Die Zahl der Erwerbstätigen ging zurück, während die Arbeitszeit je Person zunahm. Parallel stieg die Stundenproduktivität um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Überstunden pro Beschäftigtem und Monat nach Stellung im Beruf. Aus dem aktuellen Bericht: Verbreitung von Überstunden in Deutschland der IAB

Arbeitsvolumen sinkt leicht

Das Arbeitsvolumen sank gegenüber dem Vorjahresquartal minimal und lag im ersten Quartal 2026 bei 15,7 Milliarden Stunden. Saison- und kalenderbereinigt zeigt sich ebenfalls eine Abnahme. Im Vergleich zum Vorquartal verringerte sich das Arbeitsvolumen um 0,2 Prozent. 

Beim Krankenstand verzeichnete das IAB einen Rückgang. Im ersten Quartal 2026 lag er bei 6,1 Prozent. Im Vorjahresquartal hatte er 6,5 Prozent erreicht. Auch die Kurzarbeit nahm ab. Nach ersten vorläufigen Hochrechnungen sank sie im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahr um 91.000 Personen auf 438.000 Personen.

Eine Tabelle zur Entwicklung der Arbeitszeit steht hier zur Verfügung. Weitere Informationen zur Verbreitung von bezahlten und unbezahlten Überstunden finden sich hier.

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