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Solarausbau wächst: Einbruch ab 2027 erwartet

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Im ersten Halbjahr 2026 wurden laut Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur rund 7,4 Gigawattpeak (GWp) an neuer Solarstromleistung installiert – gegenüber 6,8 GWp im gleichen Vorjahreszeitraum. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) ordnet dieses Plus von rund neun Prozent als fragil ein: Es beruhe auf Sondereffekten, nicht auf einem stabilen Wachstumstrend.

Vorzieheffekte treiben das Wachstum

Als Ursachen für den Anstieg benennt der BSW-Solar zwei Faktoren: den gestiegenen Wunsch vieler Haushalte nach Energieunabhängigkeit infolge der Energiekrisen im Zusammenhang mit dem Ukraine- und dem Iran-Krieg sowie Vorzieheffekte. Die angekündigten Pläne des Bundeswirtschaftsministeriums, die Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) für neue Solaranlagen ab 2027 weitgehend abzuschaffen, hätten in den vergangenen Wochen zu spürbaren Käufen vor dem Stichtag geführt.

Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar, ordnet die Lage ein: „Derzeit befinden wir uns zwar noch auf dem gesetzlichen Ausbaupfad. Das ist jedoch vor allem Sondereffekten zu verdanken. Die kommenden Jahre sind kein Selbstläufer."

Geplante Reformen gefährden Investitionen und Arbeitsplätze

Der BSW-Solar warnt vor den Folgen der geplanten EEG-Reform und des sogenannten Netzpakets. Konkret kritisiert der Verband drei Vorhaben: die vorgesehene Streichung der EEG-Förderung für neue Anlagen, eine Direktvermarktungspflicht für kleinere Gebäude-Solaranlagen sowie den Wegfall von Entschädigungen bei netzbedingten Einspeisebeschränkungen. Nach Einschätzung von Wissenschaft und Branche würden diese Maßnahmen den Solarausbau deutlich verlangsamen, Investitionen erschweren und zehntausende Arbeitsplätze entlang der Wertschöpfungskette gefährden.

Körnig fordert einen anderen Kurs: „Statt Investoren und Verbraucher mit unausgereiften Reformvorschlägen zu verunsichern, braucht Deutschland verlässliche Rahmenbedingungen und Planungssicherheit."

Strombedarf steigt, Ausbauziel bleibt weit entfernt

Derzeit sind in Deutschland mehr als sechs Millionen Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von über 125 Gigawatt installiert. Zusammen mit rund 2,7 Millionen stationären Batteriespeichern decken sie etwa ein Fünftel des deutschen Stromverbrauchs. Das gesetzliche Ausbauziel sieht vor, die installierte Solarstromleistung bis 2030 auf 215 Gigawatt zu steigern.

Der BSW-Solar betont, dass der Strombedarf durch mehr Elektrofahrzeuge, Wärmepumpen, Rechenzentren und Klimaanlagen weiter wachsen werde. Körnig stellt klar: „An einem stärkeren Ausbau von Photovoltaik und Batteriespeichern führt klima-, energie- und wirtschaftspolitisch kein Weg vorbei."

Fraunhofer-Studie belegt volkswirtschaftlichen Nutzen

Rückendeckung erhält der Verband durch eine aktuelle Studie des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE). Sie kommt zu dem Ergebnis, dass durch den verstärkten Einsatz von Batteriespeichern Milliardenkosten für Verbraucher, Wirtschaft und öffentliche Haushalte vermieden werden können. Der BSW-Solar sieht darin ein weiteres Argument dafür, den Ausbau von Photovoltaik und Speichern nicht durch politische Eingriffe zu bremsen.

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