Home Energy Management Systeme: Steigende Gerätezahl, wachsende Datenmengen

Zur Fachmesse Light and Building im März in Frankfurt am Main waren die Hallen gut gefüllt, das Publikum zahlreich angetreten, um Innovationen zu bestaunen. Dort wurde eindrucksvoll sichtbar, dass Strom und Daten immer enger zusammenwachsen.
Die Energiewende ist ohne Digitalisierung kaum machbar. Deshalb hat mittlerweile jeder Anbieter von Solartechnik (vor allem Wechselrichtern) und Speicherbatterien ein eigenes HEMS in petto. HEMS steht für Home Energy Management System, typisches Akronym für intelligente Software, um die erzeugte Solarenergie mit dem Verbrauch im Gebäude, mit Speichern und dem Netz abzugleichen. Es geht darum, die Kosten für die Nutzer zu optimieren.
Das gilt bei EFH, MFH und Kleingewerbe
Nicht nur im privaten Haus. Was als Home Manager bekannt ist, weitet sich bereits auf das Kleingewerbe aus. Hager zum Beispiel hat in Frankfurt den neuen Energiemanager Flow R3 gezeigt. Er nutzt künstliche Intelligenz, um Daten zu sammeln, auszuwerten und Energieströme im Gebäude zu steuern. Der neue Flow nimmt am Strommarkt teil, dafür erfüllt er alle gesetzlichen Vorgaben, darunter die Paragrafen 14a EnWG und 9 EEG.
Zum Einsatz kommt eine neue Hardware, die modular aufgebaut ist und sich an die Wünsche der Kunden anpassen lässt. Die Software kombiniert unter anderem Wetterprognosen mit aktuellen Strommarktdaten, um den wirtschaftlich sinnvollsten Zeitpunkt zum Laden von Elektrofahrzeugen oder Speichern von Energie zu ermitteln.
Sensible Daten der Nutzer verwalten
Sie ermöglicht darüber hinaus die intelligente Steuerung der Solarmodule, des Energiespeichers, der Wärmepumpe und Ladesäule. Obendrein bindet sie dynamische Tarife und variable Netzentgelte ein. Persönlicher Energiebedarf, Lastprofile und Gewohnheiten werden berücksichtigt. Das sind zum Teil sehr individuelle Daten, die gebraucht werden, um den Stromverbrauch zu optimieren und die Energiekosten zu senken. Alle erhobenen Daten werden DSGVO-konform auf einem Server in Deutschland gehostet.
Der neue Energiemanager Flow R3 ist nicht nur für private Kunden geeignet, sondern auch für Mehrfamilienhäuser und Kleingewerbe. Mit der Flow ATS Box wird sogar Ersatzstrom bereitgestellt, falls das Stromnetz schwächelt.
Energiemanager ist beeindruckend komplex
Die Komplexität, die der Energiemanager bewältigt, ist beeindruckend: Flow R3 lässt sich nahtlos in Mieterstrommodelle integrieren. Für höhere Leistung sind zwei Batterietürme pro Wechselrichter sowie die Verschaltung von bis zu fünf Systemen möglich. Zusätzlich werden bis zu acht Ladestationen Witty plus mit verschiedenen Lademodi eingebunden – inklusive OCPP-Integration für die sichere Abrechnung. Im Kleingewerbe profitieren Anwender insbesondere vom nahezu verzögerungsfreien Ersatzstrom mit bis zu 24 Kilowatt.
Hager bietet eigene Hybridwechselrichter, Speicherbatterien und Ladeboxen, die vom Flow R3 verwaltet werden. So gehen die meisten Anbieter der Energiemanager vor: Indem sie sich einen eigenen Datenraum schaffen, werden die Solarkunden an die Marke gebunden. Der Flow R3 wird über KNX eingebunden, die Daten landen auf dem hauseigenen Server von Hager.

