Energetische Sanierung: Wie ein 75 Jahre altes Haus zum Effizienzhaus 55 wurde
Der Wärmesektor wird gerne als „schlafender Riese der Energiewende" bezeichnet. Insbesondere bieten hunderttausende von sanierungsbedürftigen Bestandsgebäuden in Deutschland ein erhebliches Potential für mehr Energieeffizienz. Wie eine Modernisierung und eine energetische Sanierung für alle Beteiligten erfolgreich vonstattengehen kann, zeigt ein Mehrfamilienhaus im südlichen Odenwald.
Mosbach ist ein Kleinod des Fachwerkbaus. Jahrhundertealte, kunstvoll gezimmerte und ausgefachte Zeugen einer weit zurückreichenden und immer noch lebendigen Baugeschichte prägen die Altstadt. Man könnte es fast als historisches Augenzwinkern verstehen, dass dieses 25.000-Einwohner-Städtchen an Neckar und Elz im südwestlichen Zipfel eines historischen Gaues liegt mit Namen „Bauland".
Mit Blick aufs Tal der Elz steht „Am Hardberg" ein Haus, das trotz seiner 75-jährigen Geschichte modern und frisch erscheint - ein Vorbild für die Gebäude in der Nachbarschaft, die ebenfalls eine gutbürgerliche Nachkriegsgeschichte dokumentieren. 1950 als Drei-Familien-Haus gebaut und als solches vom Land Baden-Württemberg gefördert, gehört es heute dem Enkel des Bauherrn: Ralf Pasker. Und dieser ist kein Laie, wenn es um Energieeffizienz von Bestandsgebäuden geht, denn er vertritt als Geschäftsführer der EAE (European Association for ETICS) die Wärmedämm-Branche in Brüssel bei der Europäischen Union. Insofern ist er prädestiniert, dieses schön gelegene Erbstück zu sanieren und zu einem Schmuckstück aufzuwerten, welches Energieeffizienz mit Wohlbefinden und Lebensqualität verbindet.
Für die praktische Umsetzung dieses Projektes benötigte Pasker natürlich einen Verbündeten, und den fand er in Hermann Dannecker, Architekt, Energieberater und Gründer des Deutschen Energieberater-Netzwerks DEN e.V., dessen Ehrenvorsitzender er heute ist. Zusammen verwandelten sie diese gut gelegene Energieschleuder in ein Effizienzhaus 55.
