E-Lkw im Praxistest: 93 Prozent der Anwender zufrieden mit Batterieantrieb

Die als „Early Adopter“ bezeichneten Speditionen, die schwere batterieelektrische Lastwagen im täglichen Einsatz haben, bewerten den Umstieg auf Strom laut Öko-Institut zu 93 Prozent positiv. Damit hat sich der E-Lkw aus Sicht dieser Unternehmen als ernsthafte Alternative zum Diesel etabliert – nicht nur im Regionalverkehr, sondern zunehmend auch im Fernverkehr.
Zuverlässigkeit übertrifft laut Befragung den Diesel
Im Praxisbetrieb überzeugt die Technik die befragten Unternehmen vor allem durch ihre technische Zuverlässigkeit. Diese werde tendenziell sogar besser eingeschätzt als bei herkömmlichen Diesel-Lkw, heißt es in der Studie. Neben den geringeren Betriebskosten nennen die Speditionen den hohen Fahrkomfort als zentralen Vorteil, der auch die Akzeptanz beim Fahrpersonal erhöhe.
Wirtschaftlich tragfähig ist der Betrieb derzeit insbesondere wegen zweier Faktoren: Die Befreiung von der Lkw-Maut entlastet die Bilanz spürbar, und das Laden am eigenen Depot ermöglicht niedrige Strompreise. Diese Konstellation macht den Einsatz für Unternehmen attraktiv, die ihre Fahrzeuge planbar an festen Standorten mit Energie versorgen können.
Anschaffungskosten und Infrastruktur als zentrale Hürden
Trotz der positiven Erfahrungen verweist das Öko-Institut auf strukturelle Probleme, die einen breiten Hochlauf bremsen. „Die hohen Anschaffungskosten sowie bürokratische und finanzielle Hürden beim Ausbau der Depot-Ladeinfrastruktur und der Netzanschlusserweiterung bleiben zentralen Herausforderungen“, sagt Florian Hacker, Projektleiter im Forschungsteam des Öko-Instituts.
Besonders kritisch sehen die Unternehmen das öffentliche Laden. Viele Standorte seien bislang nicht lkw-tauglich, die Strompreise dort hoch – ein Hindernis vor allem für den Fernverkehr. Die Speditionen fordern laut Befragung mehr Ladepunkte, größere Stellflächen für ladende Lastwagen, günstigere und transparente Preise sowie die Möglichkeit, Ladeplätze zu reservieren.
Klare Erwartung an die Marktdurchdringung bis 2030
Die befragten Pioniere gehen davon aus, dass sich der batterieelektrische Antrieb durchsetzt: 93 Prozent rechnen damit, dass E-Lkw bis 2030 in ihrem Fuhrpark zum Standard werden. Andere alternative Antriebstechnologien verlieren in der Einschätzung der Unternehmen weiter an Bedeutung.
Die Befragung entstand im Projekt ELV-LIVE, das vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert wird.
