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Gestiegene Baugenehmigungen: Baugewerbe warnt vor Umsetzungslücke

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Das Statistische Bundesamt (Destatis) meldet für Mai 2026 insgesamt 21.000 genehmigte Wohnungen – 4.200 mehr als im Mai 2025. Im Neubau stieg die Zahl um 29,9 Prozent auf 17.800, bei Umbaumaßnahmen in bestehenden Gebäuden um 2,0 Prozent auf 3.200. Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) bewertet die Zahlen kritisch: Steigende Kosten für Material, Energie und Finanzierung gefährdeten die tatsächliche Umsetzung der genehmigten Projekte.

Aufwärtstrend bei Mehrfamilienhäusern setzt sich fort

Von Januar bis Mai 2026 genehmigten die Behörden den Bau von insgesamt 104.700 Wohnungen – 15,4 Prozent oder 13.900 mehr als im Vorjahreszeitraum. In neu zu errichtenden Wohngebäuden waren es 86.000 Wohnungen, ein Plus von 16,6 Prozent. Mehrfamilienhäuser verzeichneten mit 56.100 genehmigten Neubauwohnungen den stärksten Zuwachs (+18,9 Prozent). Bei Einfamilienhäusern stieg die Zahl um 12,6 Prozent auf 19.900, bei Zweifamilienhäusern um 21,6 Prozent auf 6.200. Die Zahl genehmigter Wohnungen in Wohnheimen blieb mit 3.900 nahezu unverändert.

In neuen Nichtwohngebäuden wurden 1.700 Wohnungen genehmigt (+26,8 Prozent). Dazu zählen etwa Hausmeisterwohnungen in Schulgebäuden oder Wohnungen über Gewerbeflächen. Als Umbaumaßnahme in bestehenden Gebäuden genehmigten die Behörden 16.900 Wohnungen – 8,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Baugewerbe sieht Kluft zwischen Genehmigung und Umsetzung

Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des ZDB, ordnet die Zahlen ein: „Der Aufwärtstrend auf dem Papier hält damit an." Genehmigungszahlen seien ein guter Frühindikator für die Entwicklung des Wohnungsbaus in den kommenden zwei bis drei Jahren. Ob Bauherren den Bau tatsächlich umsetzten, hänge jedoch von den Kosten ab. „Und genau da liegt das Problem."

Die Neubaupreise für Wohngebäude seien im Mai um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Material, Energie und Finanzierung verteuerten sich gleichzeitig – für viele Bauherren trage die Kalkulation am Ende nicht mehr. Pakleppa verweist darauf, dass allein im vergangenen Jahr über 35.000 Baugenehmigungen auch wegen gestiegener Finanzierungskosten erloschen seien – so viele wie seit über 20 Jahren nicht.

ZDB fordert Gebäudetyp E und stabilere Förderung

Als wichtigen Hebel zur Senkung der Baukosten benennt Pakleppa den Gebäudetyp E: „Hier muss die Bundesregierung endlich liefern. Wir haben viel zu lange diskutiert und Zeit verloren, in der bezahlbarer Wohnraum hätte entstehen müssen. Wir müssen raus aus dem lähmenden Ankündigungsmodus von Maßnahmen und dringend in die Umsetzung kommen."

Auch bei der Förderung sieht der ZDB Nachbesserungsbedarf. Die Zinsen im EH-55-Programm seien noch immer zu hoch und vor allem zu volatil. Die Förderung müsse verlässlich über mehrere Jahre angelegt sein und nicht nur bis Ende 2026. Zinsgünstige und zinsstabile Darlehen wären für viele Menschen das Signal, privates Kapital für den Wohnungsbau zu aktivieren. Der Markt brauche sehr schnell Klarheit über Höhe und Konditionen der KfW-Förderung ab 2027.

Zusätzlichen Schwung brächte nach Einschätzung des ZDB eine Sonder-AfA, die an den EH-55-Standard gekoppelt wird statt an EH-40. Pakleppa betont: „Wenn EH-55 für die Eigenheimförderung ausreicht, muss der Standard erst recht für den Mietwohnungsbau gelten."

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