Direkt zum Inhalt
Anzeige
Anzeige
Anzeige
haustec.de
Das Fachportal für die Gebäudetechnik
Ad placeholder
Anzeige
haustec.de
Das Fachportal für die Gebäudetechnik
Ad placeholder
Print this page

Flughafen Bromma tauscht 1.270 Scheiben aus

Symbol um den Artikel auf die Merkliste zu setzen
Inhalt

Nur wenige Kilometer vom Stockholmer Zentrum entfernt liegt der Flughafen Bromma. Die beiden von Paul Hedqvist entworfenen Hauptgebäude stehen seit 2000 unter Denkmalschutz. Sie gelten als Beispiele des schwedischen Funktionalismus. 

Das ursprüngliche Terminal Stationsbyggnaden entstand 1935. Die Modernisierung lief von 2023 bis 2025. Bei seiner Eröffnung 1936 zählte Bromma zu den modernsten Anlagen Europas und war der erste Flughafen mit einer vollständig betonierten Start- und Landebahn. Bis zur Fertigstellung des Flughafens Arlanda im Jahr 1962 war Bromma für Schweden das Tor zur Welt. In den 1950er Jahren folgte eine Erweiterung. Das Stationsbyggnaden wurde zur Abflughalle umgebaut.

Weil die Fassade direkt an die Start- und Landebahn grenzt, hat das Team von Ryds Glas die Scheiben per Seilwinde oder von Hand in die Konstruktion gehoben.

Sanierung erhält historische Fensterstruktur

Auf rund 850 Quadratmetern Fassadenfläche tauschte das Projekt 1270 Glaselemente im Format 1100 mal 750 Millimeter aus. Die frühere Verglasung stammte aus den 1950er Jahren. Sie war einfach verglast und erfüllte die Anforderungen an Energieeffizienz, Komfort und Betriebssicherheit nicht mehr. Eine Dreifachverglasung hätte etwa 35 bis 40 Millimeter Dicke erreicht und die historischen Profile überfordert. Deshalb kam die für Denkmalschutzprojekte entwickelte FINEO Heritage-Serie zum Einsatz.

Thomas Sjödin, Projektleiter bei Ryds Glas Stockholm, erklärt: „Die schmalen FINEO Glaseinheiten passten perfekt in die filigranen Bestandsrahmen. Sie erfüllten zudem die denkmalpflegerischen Anforderungen, denn sie bilden die optischen Eigenschaften und die Struktur des historischen Glases präzise nach“.

Die neue Verglasung kombiniert ein vier Millimeter starkes Restaurierungsglas von SCHOTT mit 9,5 Millimeter starkem „FINEO 10“. So ergibt sich eine Gesamtdicke von 13,5 Millimetern. Die Isolierglaseinheiten bestehen aus zwei Scheiben extra klarem Clearvision Glas von AGC. Die Oberflächenstruktur und die Reflexion entsprechen dem Erscheinungsbild der Scheiben aus den 1950er Jahren. Die Heritage-Serie entstand in Zusammenarbeit mit Anbietern von Restaurierungsgläsern aus dem Fourcault-Verfahren. Mit fünf Glasarten bildet sie typische Verglasungen der Epochen von 1880 bis heute ab.

Die Grafik zeigt den Aufbau einer Glaseinheit.

Denkmalschutz begrenzt den Eingriff

Vor der Sanierung zeigte die Stahl-Glas-Konstruktion Feuchtigkeitseintritt, Korrosion der Stahlprofile und Glasschäden. Holzklötze unter den Innenfenstern begünstigten Wasseransammlungen. Der auf Leinöl basierende Originalkitt war porös, brüchig und feuchtigkeitsdurchlässig.

Thomas Sjödin erläutert: „Da das Gebäude unter Denkmalschutz steht, waren bauliche Veränderungen an den Stahlprofilen ausgeschlossen. Sämtliche Arbeiten mussten sich exakt an den vorgegebenen Referenzbildern und Bestandszeichnungen orientieren“.

Der Vertriebsleiter DACH für FINEO by AGC, Roland Skomda, ergänzt: „Das funktionale Herzstück der Vakuumverglasung FINEO bildet ein 0,1 Millimeter dünner Vakuumraum zwischen zwei Glasscheiben. Anders als bei konventionellen Vakuumgläsern gibt es keine Evakuierungsöffnung, sondern der Glasrand wird hermetisch verschmolzen. Das garantiert dauerhafte Dichtigkeit ohne Wartung, bessere Durchsicht und bewahrt den filigranen historischen Charakter der Glasfassade.“

Für die großformatigen Fensterbänder der Abflughalle war auch die Statik relevant. Durch die stärkeren Glasdicken blieb sie bei größeren Scheibenformaten erhalten, ohne die vorhandenen Stahlprofile anzupassen. Zusätzlich ließen sich Sonnen-, Ultraviolett- und Schallschutz integrieren, ohne die historische Erscheinung der Fassade zu verändern.

Auf rund 850 Quadratmetern Fassadenfläche hat der Glastausch 1270 Elemente im Format 1100 mal 750 Millimeter umfasst.

Team montiert Scheiben ohne Kran

Die Arbeiten an der Fassade begannen mit der vollständigen Entrostung der Profile. Danach folgte eine neue Beschichtung mit Korrosionsschutzfarbe. Das Team von Ryds Glas entfernte mehr als 3500 verrostete Schrauben und ersetzte sie durch Edelstahlschrauben. Weil die Fassade unmittelbar an die Start- und Landebahn grenzt, konnte kein Kran eingesetzt werden. Das Team hob sämtliche Scheiben per Seilwinde oder von Hand in die Konstruktion. Die Sanierung lief unter Betrieb.

Langzeittests belegen eine thermische und akustische Leistungsfähigkeit von mehr als sechzig Jahren. Clément Lemoine, Product and Market Manager bei FINEO by AGC, resümiert: „Beispiele wie die Sanierung in Stockholm zeigen, dass sich historische Gebäude mit dieser Technologie energetisch deutlich verbessern lassen, ohne ihren Charakter zu verlieren“.

Anzeige
haustec.de
Das Fachportal für die Gebäudetechnik
Ad placeholder