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Cybersicherheit ist der neue Brandschutz

Dr.-Ing. Stefan Siegfried Veit
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Die Heizungssteuerung meldet sich per App, die Warmwasserbereitung wird über WLAN konfiguriert, und der Servicetechniker greift per Fernwartung auf alle Komponenten zu. Was den Gebäudebetrieb erleichtert, macht ihn auch angreifbar. Effektive Hacks lassen sich nicht nur in großer Zahl zugleich ausführen, sondern sind überdies immer schwerer zu erkennen. Der zunehmende Einsatz von KI und die Verfügbarkeit von Schadsoftware im Darknet erleichtern automatisierte und personalisierte Angriffe.

Manipulierte Sicherheitstechnik ist besonders problematisch. Wo die Außerbetriebsetzung erst bei Anforderung der Funktion auffällt, ist es oft zu spät. Statt Anlagen direkt abzuschalten, manipulieren Angreifer mitunter graduell einzelne Parameter, verschieben Regelkurven oder verändern Sollwerte. 

Dadurch bekommen Mängel bei der Cybersicherheit eine ebenso große Bedeutung wie Mängel beim Brandschutz. Denn sie gefährden die Sicherheit von Menschen, Sachwerten und der Umwelt oder stören teils die Betriebsabläufe. Besonders in vernetzten Gebäuden und Anlagen sind IT-Sicherheit und physische Sicherheit nicht mehr voneinander zu trennen – Schwachstellen im digitalen System können reale Schäden verursachen. Deshalb ist ein ganzheitlicher Schutzansatz erforderlich, der technische, organisatorische und personelle Maßnahmen integriert.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Cybersicherheit und Brandschutz sind beide Grundanforderungen für moderne Gebäude. Mängel bei der Cybersicherheit können genauso wie Mängel beim Brandschutz die Sicherheit von Menschen, Sachwerten und der Umwelt gefährden oder Betriebsabläufe stören.
Die Vernetzung über Standards wie BACnet, KNX oder WLAN macht Systeme angreifbar, da viele dieser Standards ursprünglich kaum Sicherheitsfunktionen wie Verschlüsselung oder Authentifizierung berücksichtigten. Hacker nutzen diese Schwachstellen gezielt aus.
Cybersicherheit beginnt bereits in der Planungsphase mit einer strukturierten Risikoanalyse. Wichtig sind eine klare Netzwerksegmentierung, die Definition von Verantwortlichkeiten und die Integration technischer, organisatorischer und personeller Maßnahmen.
Zu den wichtigsten Maßnahmen zählen die Trennung von IT- und OT-Netzen, regelmäßige Firmware-Updates, sichere Passwörter, verschlüsselte Datenübertragung, zeitlich begrenzte Wartungszugänge und kontinuierliches Monitoring auf ungewöhnliche Aktivitäten.
Alle Beteiligten müssen die Bedeutung von Cybersicherheit verstehen. Regelmäßige Schulungen und Sensibilisierungen sorgen dafür, dass Vorgaben bekannt sind und im Alltag angewendet werden, um Risiken frühzeitig zu erkennen und zu minimieren.

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