Wie funktioniert eigentlich PV-Strom für die SHK-Anlage?

Photovoltaik ist längst kein Thema mehr nur für den Elektriker. Immer mehr Kunden wollen ihren selbst erzeugten Strom direkt für Wärmepumpe, Warmwasser und weitere Verbraucher nutzen. Genau deshalb wird das SHK-Handwerk an der Schnittstelle zwischen Strom und Wärme immer wichtiger. Wer heute Wärmepumpen installiert oder einbindet, muss verstehen, wie die Anlage mit PV, Energiemanagement und dem anderen Gewerk zusammenspielt. Es geht dabei nicht darum, Elektriker zu ersetzen. Es geht darum, dafür zu sorgen, dass alle Komponenten am Ende als Gesamtsystem funktionieren.
Die Energiewende findet im Gebäude statt. Besonders deutlich wird das bei der Sektorenkopplung: Früher kam der Strom aus dem Kraftwerk und die Wärme aus dem Gaskessel – heute liefert die PV-Anlage den Strom, der gleichzeitig die Wärmepumpe antreibt. Diese Verbindung der bisher getrennten Bereiche Strom und Wärme ist Sektorenkopplung.
In der Praxis bedeutet das: Solarstrom vom Dach wird über den Wechselrichter – der den Gleichstrom der Module in nutzbaren Wechselstrom umwandelt – im Hausnetz verfügbar gemacht. Der Wechselrichter ist Sache des Elektrikers, hängt meist im Keller oder Hauswirtschaftsraum und ist für SHK-Fachkräfte vor allem deshalb relevant, weil Standard-Netz-Wechselrichter bei Netzausfall aus Sicherheitsgründen abschalten. Dann steht auch der PV-Strom für die Wärmepumpe nicht mehr zur Verfügung. Nur Systeme mit einem ersatzstromfähigen Wechselrichter, einer automatischen Umschalteinrichtung (die das Hausnetz vom öffentlichen Netz trennt und auf Eigenversorgung umschaltet) und einem Batteriespeicher können bei Netzausfall ein Inselnetz aufbauen und ausgewählte Verbraucher weiterversorgen. Die Auswahl und Installation dieser Komponenten liegt beim Elektriker.
Für SHK-Fachkräfte verändert sich die Aufgabe. Es reicht nicht mehr, nur die Wärmepumpe hydraulisch korrekt zu installieren. Ebenso wichtig ist, dass die Regelung passend parametriert wird – also die richtigen Werte und Einstellungen in der Steuerung hinterlegt werden –, dass die Schnittstelle zum Energiemanagement funktioniert und dass die Abstimmung mit dem Elektriker sauber läuft.


