Hohe Betriebskosten in Wohnimmobilien: Heizung und Warmwasser sind Kostentreiber

Die Betriebskosten für Wohngebäude in Deutschland sind deutlich gestiegen – und werden zunehmend zu einer Frage des technischen Gebäudebetriebs. Das zeigt der aktuelle ImmoBench Marktbericht 2025, den die Marketing-Vereinigung deutscher Immobilienunternehmen (MVDI) gemeinsam mit der Bauakademie Performance GmbH veröffentlicht hat.
Basis der Auswertung sind abgerechnete Daten aus dem Jahr 2023. Demnach lagen die gesamten Betriebskosten im Median bei 2,69 Euro pro Quadratmeter und Monat – ein Anstieg um rund 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2,32 Euro/m²).
Besonders stark entwickelten sich die warmen Betriebskosten: Sie legten um rund 42 Prozent zu. In vielen Beständen machen sie inzwischen bis zu 50 Prozent der Gesamtmiete aus.
Für die Praxis im Gebäudebetrieb ist das ein klares Signal: Die größten Kostentreiber liegen vor allem in technisch beeinflussbaren Bereichen. Dazu zählen insbesondere
- Heizungs- und Warmwassersysteme
- Wasserversorgung und Entwässerung
- Betrieb von haustechnischen Anlagen
- Dienstleistungen wie Hauswart und Reinigung
Neben gestiegenen Energiepreisen wirken sich auch Faktoren wie Anlagenalter, ineffiziente Regelung, fehlendes Monitoring und steigende Wartungs- und Personalkosten direkt auf die Nebenkosten aus. Gleichzeitig erhöhen regulatorische Vorgaben – etwa durch CO₂-Bepreisung – den Druck, den Energieverbrauch im Betrieb zu senken.
„Betriebskosten lassen sich heute nicht mehr allein über die Abrechnung steuern. Entscheidend ist, wie effizient Anlagen betrieben und überwacht werden“, sagt Dr. Thomas Glatte, Geschäftsführer der MVDI. „Unternehmen müssen stärker in Richtung aktives Betriebskostenmanagement gehen – mit Fokus auf Daten, Transparenz und technische Optimierung.“
Der Bericht zeigt, dass insbesondere sechs Kostenarten den größten Anteil ausmachen: öffentliche Lasten, Wasser und Abwasser, Heiz- und Warmwasserkosten, Hausreinigung, Versicherungen sowie Hauswartleistungen. Gerade im Bereich Heizung und Warmwasser bestehen erhebliche Einsparpotenziale durch Modernisierung, Optimierung der Regelungstechnik und digitale Verbrauchsanalyse.
Für Fachplaner, Betreiber und Dienstleister bedeutet das: Effizienz im laufenden Betrieb wird zum entscheidenden Hebel, um Kosten zu stabilisieren. Digitale Monitoring- und Benchmarkinglösungen können helfen, Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen und Anlagen gezielt zu optimieren.
Der vollständige Marktbericht „ImmoBench 2025 – Betriebskostenentwicklung von Wohngebäuden in Deutschland“ ist bei der MVDI erhältlich unter https://mvdi.immo/marktbericht.
Die Marketing-Vereinigung deutscher Immobilienunternehmen (MVDI) ist eine Gesellschaft der Immobiliengruppe Rhein-Neckar (IGRN), hat gemeinsam mit der Bauakademie Performance GmbH jetzt den „ImmoBench Marktbericht 2025“ veröffentlicht. Der Bericht analysiert die deutschlandweite Entwicklung der Betriebskosten auf Grundlage von Portfoliodaten institutioneller Investoren und Bestandshalter sowie Informationen aus der Immobilienverwaltung.
