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Techem Atlas: Heizkosten liegen 45 Prozent über dem Niveau von 2021

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Zum Start der Heizsaison legt Techem den Atlas für Energie, Wärme und Wasser 2026 vor. Die Studie untersucht, wie sich Heizkosten, Energieverbrauch und Wassernutzung in deutschen Mehrfamilienhäusern entwickeln. Sie beleuchtet außerdem die Rolle von Wärmepumpen im Gebäudebestand und den Stand der Digitalisierung bei Mess- und Abrechnungsprozessen. Techem wertete dafür Daten von rund 94.000 Gebäuden mit etwa 1,1 Millionen Wohnungen in Deutschland aus dem vergangenen Jahr aus. Hinzu kommen Daten von weiteren 1,1 Millionen Wohnungen in ausgewählten europäischen Ländern. Das Unternehmen zählt den Atlas damit zu den umfangreichsten Untersuchungen seiner Art.

Kältere Heizperiode treibt den 

Heizkosten steigen trotz Sparverhalten weiter. Die Energiepreise bewegten sich 2025 etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Gegenüber 2021 lagen sie jedoch weiterhin rund 82 Prozent höher. Zugleich fiel die Heizperiode kälter aus als im Vorjahr. Das führte zu einem höheren Verbrauch und steigenden Heizkosten. Pro Quadratmeter lagen die Kosten 2025 rund 45 Prozent über dem Niveau von 2021.

Die Daten zeigen zugleich, dass Nutzerverhalten und moderne Anlagentechnik wesentlich dazu beitragen, den Energieverbrauch zu begrenzen. Die verbrauchsabhängige Heizkostenabrechnung mindert zudem Emissionen. Sie senkt die Treibhausgasemissionen im Durchschnitt um 364 Kilogramm pro Wohnung.

Saarland und Ravensburg heizen am teuersten

Die regionalen Auswertungen zeigen deutliche Unterschiede. Am teuersten ist Heizen im Saarland mit 14,50 Euro pro Quadratmeter. Es folgen Schleswig-Holstein mit 12,77 Euro und Hessen mit 12,76 Euro. Berlin verzeichnet mit durchschnittlich 10,34 Euro pro Quadratmeter die niedrigsten Heizkosten. Nordrhein-Westfalen mit 10,69 Euro und Bremen mit 10,72 Euro liegen nur knapp darüber.

Auch zwischen den Städten zeigen sich erhebliche Unterschiede. Die höchsten Werte entfallen auf Ravensburg (13,34 Euro), Reutlingen (13,22 Euro) und Sömmerda (13,10 Euro). Die niedrigsten durchschnittlichen Heizkosten fallen in Bielefeld mit 8,99 Euro pro Quadratmeter an. Rheine und Würzburg teilen sich mit jeweils 9,93 Euro pro Quadratmeter den zweiten Platz.

Wärmepumpen halten Kosten stabil

Wärmepumpen bleiben für die Dekarbonisierung des Gebäudebestands zentral. Mit Wärmepumpen versorgte Mehrfamilienhäuser weisen im untersuchten Bestand 2025 die niedrigsten Wärmekosten pro Quadratmeter auf. Ihre Verbrauchskosten blieben seit 2021 weitgehend stabil. Konventionelle Heizsysteme verzeichneten dagegen deutliche Anstiege. Etwa 30 Prozent der Wärmepumpen in Mehrfamilienhäusern könnten mit optimierter Betriebsführung noch effizienter arbeiten, etwa mit dem Digitalen Heizungskeller von Techem.

Bestand eignet sich für NiedertemperatursystemeEin Großteil der Mehrfamilienhäuser ist bereits heute technisch für Niedertemperatursysteme geeignet. Rund 40 Prozent der Heizungsanlagen lassen sich ohne Austausch der Heizkörper nutzen. Mit einem Heizkörpertausch steigt der Anteil auf rund 80 Prozent. Kommen zusätzlich Niedertemperaturheizkörper wie Gebläseheizkörper zum Einsatz, liegt die Eignung bei rund 90 Prozent.

Deutsche Fernwärmekunden zahlen in Europa am meisten

In den untersuchten europäischen Mehrfamilienhäusern ist Fernwärme mit 52 Prozent der Wohnungen der häufigste Energieträger. Erdgas folgt mit 32 Prozent. Die Heizkosten pro Wohnung unterscheiden sich deutlich zwischen den Ländern. Deutsche Fernwärmekunden zahlen im europäischen Vergleich am meisten: durchschnittlich rund 1.057 Euro pro Wohnung. Die Schweiz folgt mit 982 Euro.

Fernablesung nähert sich 100 Prozent

Bei der Digitalisierung von Ablesung und Abrechnung sowie beim Ausbau intelligenter Messinfrastruktur zeigen sich erneut Fortschritte gegenüber dem Vorjahr. Zum Jahreswechsel 2026/2027 endet die europäische Übergangsfrist für die Umstellung auf 100 Prozent Fernablesbarkeit von Erfassungsgeräten. Bereits heute lassen sich 91,4 Prozent der Geräte im deutschen und 92,8 Prozent im europäischen Mehrfamilienhausbestand auslesen, ohne die Wohnungen zu betreten.

Techem las im vergangenen Jahr rund 110.000 Abrechnungseinheiten über „Abrechnung Direct“ vollständig digital ab und rechnete sie ab. Durch durchgehend digitale Prozesse war die Hälfte dieser Abrechnungen in weniger als drei Minuten abgeschlossen, 83 Prozent innerhalb von zehn Minuten.

Photovoltaik liefert auch im Winter Strom

Intelligente Messsysteme (Smart Meter) schaffen die technische Grundlage für neue Energiekonzepte wie Mieterstrom und gemeinschaftliche Gebäudeversorgung. Photovoltaikanlagen leisten auch in den Wintermonaten einen spürbaren Beitrag zur Stromversorgung. In den untersuchten Gebäuden decken sie mehr als 30 Prozent des Stromverbrauchs. Batteriespeicher machen den lokal erzeugten Solarstrom auch bei niedriger Solarstrahlung nutzbar und erhöhen so den Eigenverbrauch im Gebäude.

Trinkwasserverbrauch bleibt konstantDer Wasserverbrauch in deutschen Mehrfamilienhäusern blieb in den vergangenen zehn Jahren trotz steigender Temperaturen weitgehend konstant. Die Warmwasserbereitung bleibt jedoch ein wesentlicher Energieverbrauchsfaktor. Sie macht rund ein Viertel der für Wärme eingesetzten Energie aus.

Modernisierung soll Wärmewende bezahlbar machen

Ulrich Schiller, Co-CEO der Techem Gruppe und CEO Deutschland, kommentiert: „Die Folgen der Energiekrise sind für viele Haushalte weiterhin spürbar. Angesichts anhaltend hoher Energiekosten fällt ein kälterer Winter im Jahr 2025 besonders ins Gewicht. Viele Verbraucher haben die Einsparpotenziale, die ihnen unter anderem die unterjährige Verbrauchsinformation eröffnet, bereits weitgehend ausgeschöpft. Umso wichtiger ist es, diese Möglichkeiten flächendeckend zu etablieren, damit noch mehr Bewohner davon profitieren können. Mit Sorge blicken wir zudem auf weiter steigende Energiepreise, insbesondere vor dem Hintergrund des Krieges in der Golfregion. Gleichzeitig zeigen die Daten des Techem Atlas, welches Potenzial in einem modernisierten und digitalisierten Gebäudebestand steckt.“

Schiller betont: „Entscheidend ist es jetzt, eine gezielte Modernisierung des Gebäudebestands weiter voranzutreiben und dabei technische Möglichkeiten gezielt einzusetzen. Smart Metering, fernablesbare Messsysteme, digitale Verbrauchstransparenz und ein datenbasierter Betrieb von Gebäuden schaffen die Grundlage, um Energieverbräuche weiter zu reduzieren und die Belastungen aus Energiekosten und der CO₂-Kostenaufteilung für Mieter und Vermieter zu begrenzen. So wird die Wärmewende im Gebäudebestand bezahlbarer und effizienter.“

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