Baumängel 2025: Kosten für Fehler auf 33 Milliarden Euro geschätzt

Das Marktforschungsinstitut BauInfoConsult hat in seiner aktuellen Jahresanalyse die Fehlerkosten in der deutschen Bauwirtschaft untersucht. Die Erhebung zeigt, dass die Branche die Fehlerkosten für das Jahr 2025 auf 33 Mrd. Euro schätzt. Dieser Wert ergibt sich aus einer branchenweiten Einschätzung von 19,2 % des Gesamtumsatzes im Bauhauptgewerbe, der 2025 bei 171,9 Mrd. Euro lag.
Fehlerkosten: Branchenweit hoch, im eigenen Betrieb gesenkt
Die befragten Betriebe schätzen den Anteil der Fehlerkosten am deutschen Bau-Gesamtumsatz für 2025 auf 19,2 %. Dieser Wert liegt deutlich über den Schätzungen früherer Messungen, wo er vor drei Jahren noch bei 8,1 % lag. Die Umfrageteilnehmer aus allen Gewerken, darunter das Bauhauptgewerbe, Architekturbüros und Ausbaugewerke, sind sich in dieser Einschätzung weitgehend einig. Lediglich westdeutsche Betriebe beurteilen die Situation etwas milder als jene in Ost-, Süd- und Norddeutschland. Als Gründe für die gestiegene Fehleranfälligkeit werden der Fachkräftemangel und die verstärkte Konzentration auf den Bestandssektor genannt, der typischerweise fehleranfälliger ist, zum Beispiel bei Dämmung oder Abdichtung.
Verbesserungen im individuellen Fehlermanagement
Trotz der kritischeren Einschätzung für die gesamte Branche zeigen die Ergebnisse auch positive Signale auf individueller Ebene. Für die eigenen Betriebe, basierend auf konkreten Erfahrungen des Vorjahres, liegen die Fehlerkosten aktuell bei 6,2 % der eigenen Kosten. Dies stellt eine deutliche Verbesserung dar, da in einer Erhebung von 2023 die Fehlerkosten für die eigenen Projekte noch bei 15,9 % lagen. Dies deutet auf ein verbessertes Fehlermanagement innerhalb der einzelnen Unternehmen hin. Auch hier gibt es regionale Unterschiede, wobei Betriebe aus dem Westen optimistischere Schätzungen abgeben.
Methodik der Analyse
Die Ergebnisse stammen aus telefonischen Befragungen von 401 Marktakteuren, darunter Bauunternehmen, Architekturbüros, Dachdecker-, Zimmerer-, Maler-, Trockenbau- und SHK-Handwerksbetriebe. Ergänzt wurden diese durch 40 Online-Interviews mit Herstellern von Baustoffen und Installationsmaterialien. Diese Daten fließen in die „Jahresanalyse Deutschland 2026/2027“ von BauInfoConsult ein, eine umfassende Studie zu Baukonjunktur und Bautrends. Die Analyse behandelt unter anderem Themen wie Hochbauprognosen, Fachkräftemangel, nachhaltiges Bauen, Künstliche Intelligenz und digitales Bauen.
