Großpufferspeicher als zentrale Drehscheibe der Sektorenkopplung
Im zweiten Teil des Haustec-Webinars am 10. Februar 2026 zeigte Dipl.-Ing. Max Vogl von der Hans van Bebber GmbH & Co. KG, wie drucklose Großpufferspeicher verschiedene Erzeuger und Verbraucher intelligent verbinden. Anhand realisierter Projekte wurde deutlich: Thermische Speicher sind das Bindeglied zwischen volatiler Stromerzeugung und stabilem Wärmebedarf.
Funktionsprinzip: Schichtung als Schlüssel zur Effizienz
Vogl erläuterte das Funktionsprinzip der drucklosen Großpufferspeicher anhand animierter Schnittdarstellungen. Das zentrale Element ist die Pendelleitung, die sowohl für Be- als auch Entladung genutzt wird und die hydraulische Komplexität erheblich reduziert.
Bei der Beladung liefert die Pendelleitung heißen Vorlauf zum oberen Sprühkreuz im Speicher. Das Heißwasser wird fein verteilt eingebracht und schichtet sich aufgrund der Dichteunterschiede während der Beladung von oben nach unten. Diese thermische Schichtung ist entscheidend für die Effizienz: Oben steht stets die höchste verfügbare Temperatur zur Entnahme bereit, während unten das kühlste Wasser für die Rücklaufanbindung von Erzeugern bereitsteht.
Bei der Entladung entnimmt die Pendelleitung heißes Wasser über das obere Sprühkreuz. Gleichzeitig strömt kühler Rücklauf durch den unteren Zulauf der Pendelleitung nach. Die Schichtung bleibt dabei weitgehend erhalten, die Trennschicht zwischen heißem und kaltem Wasser – die sogenannte Thermokline – wandert während der Entladung nach unten.
Die Qualität der Schichtung ist maßgeblich für die Speichereffizienz. Je schärfer die Thermokline ausgeprägt ist, desto größer ist die nutzbare Temperaturdifferenz zwischen Vor- und Rücklauf. Vogl betonte: "Bei guter Schichtung erreichen wir Temperaturdifferenzen von 40 bis 50 Kelvin zwischen oben und unten. Das maximiert die speicherbare Energiemenge pro Kubikmeter."
Die drucklose Bauweise bietet gegenüber Druckspeichern mehrere Vorteile:
- geringere Materialkosten durch dünnere Wandstärken,
- einfachere Wartung und Inspektion, sowie
- die Möglichkeit, sehr große Volumina bis 20.000 Kubikmeter wirtschaftlich zu realisieren.
Der hydrostatische Druck am Boden wird über entsprechende Fundamentierung aufgenommen.

