Warum die Umsetzung kommunaler Wärmepläne kaum finanzierbar ist
Kommunale Wärmepläne sind ein datenbasierter Orientierungsrahmen für den Umbau der Wärmeversorgung. Verbindlich sind sie jedoch nur dort, wo Gebiete als Fernwärmeversorgungsgebiete ausgewiesen werden – und selbst das stößt vielerorts bereits heute an finanzielle Grenzen.
Ihre praktische Relevanz liegt vor allem in drei Funktionen:
- Erstens bündeln kommunale Wärmepläne erstmals systematisch Gebäudedaten, Netzinfrastrukturen sowie Potenziale wie Abwärme, Geothermie oder Solarthermie und übersetzen diese in ein räumliches „Zielbild“. So wird sichtbar, wo Wärmenetze künftig sinnvoll sind – und wo voraussichtlich dezentrale Einzellösungen dominieren werden.
- Zweitens entsteht daraus eine belastbare Planungsgrundlage für Stadtwerke und Netzbetreiber. Netzausbau, Erzeugungsumstellung und Speicher werden nicht länger isoliert betrachtet, sondern als zusammenhängende Infrastrukturprogramme.
- Drittens wirken Wärmepläne als Koordinationsinstrument für Eigentümer und Wohnungswirtschaft: Investitionsentscheidungen – vom Heizungswechsel bis zur Quartierslösung – lassen sich zeitlich und räumlich einordnen.

