Rekord beim E-Auto-Umstieg: 2025 wechselten so viele Privatleute wie noch nie

Die Elektromobilität gewinnt bei Privatpersonen spürbar an Dynamik. Im vierten Quartal 2025 wurde mit 6,3 Prozent die höchste jemals gemessene Umstiegsquote vom Verbrenner zum Elektroauto erreicht. Über das gesamte Jahr ergibt sich ein neuer Rekordwert von 5,5 Prozent. Und der Trend dürfte anhalten: 15 Prozent derjenigen, die in den kommenden zwei Jahren einen Fahrzeugwechsel planen, liebäugeln mit einem rein elektrischen Antrieb.
„Die Ankündigung einer neuen staatlichen Förderung bei der Anschaffung von E-Autos hat 2025 offenbar nicht zu einem breiten Abwarten bei privaten Käufern geführt. Augenscheinlich scheint die Attraktivität der E-Mobilität inzwischen also auf einem deutlich stabileren Fundament zu stehen", sagt Dr. Jörg Rheinländer, im Vorstand der HUK-COBURG zuständig für die Kfz-Versicherung.
Bei den tatsächlich gewählten Marken lag Volkswagen 2025 mit 13,4 Prozent aller privaten Umstiegskäufe vorn, gefolgt von Skoda (8,2 Prozent) – das Modell Elroq sorgte für einen besonderen Verkaufserfolg – und BMW (7,9 Prozent). Insgesamt kommt für mehr als jeden vierten Führerscheininhaber nur ein E-Auto der eigenen Lieblingsmarke in Frage, bei Vielfahrern mit über 10.000 Jahreskilometern ist es sogar mehr als jeder Dritte.
Großstädte hinken beim E-Auto-Umstieg deutlich hinterher
Das HUK-E-Barometer offenbart ein überraschendes Stadt-Land-Gefälle. In den 15 größten deutschen Städten liegt die Umstiegsquote mit 4,6 Prozent deutlich unter dem Bundesschnitt von 5,5 Prozent – obwohl Großstädter Elektroautos erheblich häufiger positiv bewerten als die übrige Bevölkerung (59 gegenüber 45 Prozent).
Der Grund liegt in den Wohnverhältnissen: Immobilienbesitzer haben dreimal so häufig ein privates E-Auto wie Menschen ohne Wohneigentum (4,8 gegenüber 1,6 Prozent). 81 Prozent aller privaten E-Autos werden von Immobilienbesitzern gefahren. Wer über einen Garagenstellplatz oder Carport verfügt, besitzt fast doppelt so häufig ein E-Auto wie jemand, der sein Fahrzeug auf der Straße abstellt.
Unter den Großstädten führt Düsseldorf das Ranking mit 5,5 Prozent an, gefolgt von Dortmund (5,3 Prozent) und Nürnberg (5,1 Prozent). Am Ende der Liste stehen Leipzig (3,5 Prozent) und Dresden (3,3 Prozent). „Wenn sich in den Großstädten die Lademöglichkeiten auch für Freiluftparker verbessern, könnte das nochmal deutliche Zuwächse beim Hochlauf der Elektromobilität bringen", folgert Rheinländer.
Bayerische Landkreise dominieren beim Wechsel zum E-Auto
Auf dem Land geht der Umstieg deutlich schneller voran. Drei Viertel der 15 Landkreise mit den bundesweit höchsten Wechselquoten liegen in Bayern. Spitzenreiter ist Starnberg mit einer Quote von 10,0 Prozent, gefolgt von Erlangen-Höchstadt und Ebersberg (jeweils 9,6 Prozent). Selbst der Bestandsanteil privater E-Autos in Starnberg (6,6 Prozent) liegt weit über dem der führenden Großstadt Stuttgart (4,8 Prozent).
