Baugenehmigungen steigen – aber die Wohnungskrise bleibt

Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen zieht weiter an. Im März 2026 wurden in Deutschland 21.800 Wohnungen genehmigt – 11,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Das teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) mit. Auch im Quartal insgesamt zeigt sich ein deutlicher Aufwärtstrend: Von Januar bis März 2026 wurden 63.500 Wohnungen genehmigt, 14,6 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Alle Gebäudearten im Plus
Der Zuwachs zieht sich durch alle Gebäudetypen. Bei Einfamilienhäusern stiegen die Genehmigungen im ersten Quartal um 13,7 Prozent auf 12.100, bei Zweifamilienhäusern sogar um 23,2 Prozent auf 3.600. In Mehrfamilienhäusern – der zahlenmäßig stärksten Kategorie – wurden 33.100 Neubauwohnungen genehmigt, ein Plus von 14,9 Prozent. Auch Umbauten in Bestandsgebäuden legten zu: 10.500 Wohnungen entstanden als Umbaumaßnahmen, 12,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Branche warnt vor Euphorie
Trotz der positiven Zahlen mahnt das Baugewerbe zur Zurückhaltung. Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe, stellt klar: „Wir warnen ausdrücklich davor, in Euphorie zu verfallen. Wenn wir den Bedarf im Land decken wollen, müssten mindestens 10.000 Genehmigungen zusätzlich reinkommen – und das pro Monat."
Pakleppa verweist auf die zuletzt veröffentlichten ifo-Daten, nach denen das Geschäftsklima im Wohnungsbau im April auf den schlechtesten Wert seit vier Jahren eingebrochen ist. Lieferketten würden fragiler, Finanzierungskosten blieben hoch, geopolitische Unsicherheit verunsichere Bauherren und Investoren. „Eine Genehmigung ist noch kein Spatenstich und erst recht keine fertige Wohnung. Jede nicht gebaute Wohnung verschärft die Wohnungskrise. Wir häufen ein immenses Defizit auf, das wir kommenden Generationen hinterlassen."
