Wohnungsbau: Baugenehmigungen legen zu – EH55-Förderung fortsetzen

Anlass sind die Baugenehmigungszahlen für August 2026, die das Statistische Bundesamt veröffentlicht hat. Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, bezeichnet den weiteren Anstieg der Genehmigungen zunächst als gute Nachricht. In den ersten 8 Monaten des Jahres wurden 169.400 Wohnungen genehmigt. Im selben Zeitraum 2021 waren es nach seinen Angaben mehr als 250.000. „Wir erholen uns von einem historischen Tiefpunkt, von einem normalen Niveau sind wir noch weit entfernt“, sagt Pakleppa.
Genehmigte Wohnungen werden nicht automatisch gebaut
Pakleppa weist darauf hin, dass eine Genehmigung noch keinen Bau bedeutet. Ende 2025 lagen nach seinen Angaben rund 450.000 genehmigte Wohnungen auf Eis. Als Grund nennt er, dass sich der Bau für viele nicht rechne.
Auf den Baustellen kommen laut Pakleppa weiterhin zu wenige Wohnungsbauaufträge an. Die Geräte der Unternehmen im Hochbau sind im Schnitt nur zu 45 % ausgelastet. „Die Kapazitäten sind da, die Bauherren und ihre Aufträge aber nicht“, so der Hauptgeschäftsführer.
Verband warnt vor Förderlücke und Kürzungen
Die Bundesregierung setzt die EH55-Förderung zumindest bis Jahresende fort. Pakleppa nennt das das richtige Signal. Der Verband plädiert jedoch dafür, EH55 plus bis zum Start der neuen Förderung im Sommer 2027 weiterlaufen zu lassen und entsprechend auszustatten. „Eine Förderlücke zum Jahreswechsel wäre Gift für die zarte Erholung im Wohnungsbau“, warnt Pakleppa.
Scharf kritisiert er die Pläne der Bundesregierung, den Neubau-Etat für 2027 um mehr als 40 % zu kürzen. Ein solcher Schritt sei „das schlechtmöglichste Signal“. Bauwillige und Investoren bräuchten Planungssicherheit statt einer weiteren Kehrtwende. Nur dann werde aus dem Aufwärtstrend auf dem Papier auch ein Aufschwung am Markt.
