Heizlasten: Das vereinfachte Verfahren reicht oft aus

Eine Wärmepumpe arbeitet deutlich effizienter als ein alter Heizkessel und braucht deshalb eine eigene Berechnungsgrundlage. Die reine Schätzung über den vergangenen Brennstoffverbrauch ist trügerisch in Bezug auf die Wärmepumpenauslegung, und das Risiko einer falsch dimensionierten Wärmepumpe ist groß. Es ist möglich, eine ausführliche Berechnung durchzuführen, die ich im zweiten Teil dieser Reihe beschrieben habe. Im Fokus dieses Berichts steht dagegen das vereinfachte Verfahren, das – unterstützt durch innovative Software – genutzt werden kann, um seriöse Grundlagen zu schaffen.
Welches Wissen lehren?
Einige Bildungsträger, wie Handwerkskammern, lehren das Basiswissen zum vereinfachten Verfahren. Wünschenswert ist, dass zumindest die Schulungen der Softwareanbieter angenommen werden. Hier wird zwar der Schwerpunkt auf die Bedienung des jeweiligen Programms gelegt, oft wird aber auch Basiswissen während einer solchen Veranstaltung vermittelt. Für viele Anwender wird der echte Einsatz des vereinfachten Verfahrens aber am realen Objekt ausgeführt und das Haus des Kunden wird nicht selten zur ersten Übung herangezogen.
Für wen lohnt sich die Berechnung im eigenen Betrieb?
Meine Meinung ist etwas ketzerisch, aber ich möchte sie trotzdem darlegen: Ein SHK-Betrieb mit dem Anspruch, Wärmepumpen nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik einzubauen, sollte wissen, was er anbietet und wie er es einbaut. Er sollte mit korrekten Werkzeugen arbeiten. Das gilt für das Presswerkzeug zum Pressen der Fittings ebenso wie für das Verfahren zur Ermittlung der Leistung der einzubauenden Wärmepumpe. Aus diesem Grund bin ich der Meinung, dass eine ordentliche Software zum Einsatz kommen sollte, die auch vom Monteur bedient werden kann. Zumindest sollte sich ein Spezialist im SHK-Betrieb eingefuchst haben, um das Wissen effektiv umsetzen und die Software bedienen zu können. Meine zweite, ebenso diskutable These ist, dass die Auslegung mittels hochwertiger Software erfolgen sollte. Eine auf Zettelwirtschaft mit Handberechnung basierende Ermittlung der Heizlast ist einer ausgetesteten Profi-Software unterlegen.
Vorteile liegen auf der Hand
Zur ersten These: Beim Einbau einer Wärmepumpe geht es um viel Geld. Dabei ist dann die Sicherheit des Kunden ebenso wichtig wie die des einbauenden SHK-Betriebs. Es spricht also aus meiner Sicht alles dafür, die Beratung und den Service auf hohem Niveau zu halten. Daher ist es entweder Chefsache oder Sache eines Spezialisten im jeweiligen SHK-Betrieb, das Gebäude bezüglich der Heizlast aufzunehmen. Das geschieht mit moderner Software im zügigen Durchgang durch das Haus. Ein Scanner erfasst dabei mittels Laser die Raumgeometrie und rechnet zeitgleich die vereinfachte Heizlast. Raumweise ist dann also bekannt, welche Heizleistung jeweils gefordert ist. Es empfiehlt sich, dann noch die wenigen Minuten zusätzlich aufzuwenden, um die bestehenden Heizflächen in den Räumen zu erfassen. Auch das kann moderne Software mittlerweile hervorragend erledigen. Moderne Software kann die Heizkörpertypen erkennen und die Maße raumorientiert zuordnen.


